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Montag, 2. April 2018

Mexiko 9 – Semana Santa


Semana Santa, die heilige Woche, ist die Woche vor dem Ostersonntag. Die amerikanischen Touristen, die wir treffen sind in heller Aufregung, als wir Ihnen erzählen, dass wir in der Semana Santa an den Strand fahren wollen.

Das könnten wir doch nicht machen, denn da stürmen Horden von hemmungslos feiernden Mexikanern die Badestrände. Völlig rücksichtslos würde die ganze Nacht getrunken und laute Musik gespielt. Es wäre nicht zum Aushalten.

Bange machen gilt nicht, denken wir und fahren trotzdem an die Playa Escondido bei Mulege. Den Strand haben wir letztes Jahr schon einmal besucht und fanden ihn ganz toll. Fabian und Isabela lassen sich ebenfalls nicht abschrecken und folgen uns.
Playa Escondido
Als wir am Strand ankommen sind wir angenehm überrascht. Eine Handvoll Camper – vor allem aus den USA – und sonst nichts. Wir finden mühelos einen wirklich schönen Stellplatz direkt am ziemlich frischen, aber super sauberen Wasser.
Unser Camp am Wasser
Die Zeit vergeht wie im Flug. Sonnige Tage, viel baden, Abends Lagerfeuer …. sehr erholsam.
Sonnenuntergang an der Playa Escondido
Zwischenzeitlich bastle ich ein bisschen am Auto und fülle Fabians Kraftstofftank mit unserem Dieselkraftstoff aus der USA, da er befürchtet dass der Motor seines Mercedes LKW'S mit dem mexikanischem Diesel nicht zurechtkommt und er liegen bleibt. 

Dem Ogermobil ist die Dieselqualität ziemlich egal. Es verträgt auch mexikanischen Diesel. Nach der Umfüllaktion stinke ich wie eine verrottete Ölraffinerie. Aber nach der Behandlung mit viel Wasser und etwas Waschpaste darf ich Abends auch wieder ins Auto.

Nach ein paar Tagen brechen die US-Amerikaner auf und flüchten auf Campingplätze im Ort. Grund: Morgen sollen die Horden der feierwütigen Mexikaner kommen.

Wir sind gespannt was passiert. Tatsächlich kommen dann ein paar Autos mit mexikanischen Großfamilien und einer Menge Strandutensilien. Kajaks, Schlauchboote und eine ganze Menge Zelte.

Aber von rücksichtslosen Horden ist nichts zu sehen. Die Zelte werden in gebührendem Abstand aufgebaut und Abends ist das lauteste Geräusch das Prasseln unseres Lagerfeuers. Um 21:00 Uhr (im Insiderjargon : Baja Midnight) liegen alle im Bett. Zudem sind alle unheimlich höflich und nett.
Playa Escondido - "Völlig überfüllt"
Nach einer Woche verlassen wir die Playa Escondido und fahren die 80 Kilometer nach Santa Rosalia, denn am nächsten Morgen geht unser Schiff zurück auf das Festland.

Am Hafen angekommen eröffnet uns die Angestellte im Büro der Fährgesellschaft, dass das Schiff wegen zu starkem Seegang ausfällt. Die Abfahrt drei Tage später fällt auch aus, wegen Semana Santa und was mit der Abfahrt in sechs Tagen ist weiß sie noch nicht.

Na super, das sind uns dann doch zu viele Unwägbarkeiten. Wir entscheiden uns mit einer Fähre von La Paz auf das Festland zu fahren. Das sind zwar 500 Kilometer Umweg, aber die Fähre ist wesentlich größer und fährt sicher, wenn auch erst in drei Tagen. 
Zwischenstop auf dem Weg nach La Paz
So bietet sich uns die Gelegenheit noch einen Ruhetag im Camp Mahatna in La Paz einzulegen. Gaby wäscht Wäsche, ich bessere die Farbe am Gepäckträger aus, wir füllen Wasser auf und kaufen Lebensmittel für eine Woche, denn wir wollen als nächstes den Copper Canyon, den mexikanischen „Grand Canyon“ durchqueren.
Camp Mahatna in La Paz
Unsere Reiseroute wurde durch die Semana Santa zwar etwas durcheinander gebracht, ansonsten war es für uns aber eine ausgesprochen angenehme Feiertagswoche.

Montag, 19. März 2018

Mexiko 8 – Mundgeruch


Zur Klärung von wichtigen Fragen scheuen wir weder Kosten noch Zeit. Eines der wirklich wichtigen Probleme, welches uns Tag und Nacht beschäftigt, ist die Frage ob Wale Mundgeruch ( oder genauer: Maulgeruch) haben oder nicht.

Dieser Frage wollen wir in der Laguna von San Ignacio auf den Grund gehen.

In Nogales reisen wir nach Mexiko ein. Der Grenzübertritt verläuft, wie inzwischen gewohnt, wieder einmal völlig einfach und schnell. In Mexiko füllen wir Wasser und Gas auf, laden unsere SIM-Card, wechseln das Motoröl im Ogermobil, lassen beim Zahnarzt Gabys lockere Krone festkleben und fahren die etwa 400 Kilometer bis nach Guaymas in Sonora. Wohlgemerkt... alles an einem Tag. Richtig schön, das sich die Dinge - im Gegensatz zur USA - wieder schnell und einfach regeln lassen. In Guaymas nehmen wir die Fähre um auf die Baja California zu kommen.
Schwimmender Campingplatz - Fähre nach Santa Rosalia
Nach einer Nacht auf dem Schiff und weiteren 150 Kilometern erreichen wir die Laguna. Dort treffen wir Fabian und Isabela in ihrem Mercedes Atego Camper wieder. Die Beiden haben wir zuletzt im Yukon und in Alaska gesehen. Richtig schön mal wieder bekannte Gesichter zu sehen.
Traumhafter Ausblick - Antonios Eco Camp
Wir übernachten auf dem Campingplatz von Antonis Eco Camp. Am Morgen mieten wir gemeinsam ein Boot und fahren in die Lagune
Fabian, Isabela und Fernando unser Guide
Alljährlich im Dezember kommen die Grauwale aus der Arktis in die Lagune zur Paarung und zur Geburt des Nachwuchses. Im März sind die Walkälber dann so groß, dass sie – wie alle Kinder – viel Neugier entwickeln. 
Walmutter mit Nachwuchs im Anmarsch
Sie interessieren sich besonders für die kleinen Boote die in der Lagune herumfahren. Begleitet und beschützt von den Müttern nähern sich die Jungen Wale den Booten, stecken neugierig die Köpfe aus dem Wasser und lassen sich auch gerne anfassen. 
Wal zum Anfassen
Die Haut ist erstaunlich weich
Eine extrem interessante Erfahrung. Immer wieder tauchen Wale neben dem Boot auf, lassen sich den Kopf streicheln, tauchen unter dem Boot durch um auf der anderen Seite wieder frech aufzutauchen.

Wir sind zwei Stunden bei den Walen bevor es wieder zurück an Land geht.
Trotz der Nähe zu den Walen haben wir die Frage des Maulgeruches nicht eindeutig beantworten können. Meistens riechen wir nichts. Aber manchmal weht doch ein übler Gestank über das Boot. Die Ursache dieses Gestanks, könnte jedoch am anderen Ende des Wales liegen und mit der Verdauung zu tun haben. Ich denke, wir müssen bei Gelegenheit nochmal wieder kommen um die – weltbewegende Frage des Maulgeruches endgültig zu klären.

USA 11 – Arizona


Kaum haben wir den Lake Mead verlassen, stolpern wir in ein Rodeo. Die nationalen Meisterschaften im Team Roping, dem Einfangen von jungen Kälbern finden in Wickenburg statt. Wir nutzen die unverhoffte Gelegenheit und sehen den Cowboys und -Girls bei ihren Bemühungen zu.
Meistens geht es ganz schnell und das Kalb ist eingefangen
Dabei geht es zunächst darum das Lasso um den Kopf des Kalbs zu werfen und dann seine Hinterbeine zu fixieren. 
Manchmal entkommt das Kalb zunächst
Der Südwesten der USA ist schon toll. Die Landschaft wird von den Saguaro-Kakteen geprägt. Die Kakteen werden locker 15 Meter hoch und bis zu 200 Jahre alt. 
Saguaro-Kakteen
Es ist eine durchgehende Bilderbuchlandschaft. Wie im Film. Es ist deshalb kein Wunder, das in Arizona eine große Anzahl von berühmten Western gedreht wurde.In der Nähe von Tucson liegt die Filmstadt „Old Tucson“. 1939 wurde der Ort von den Columbia Filmstudios erbaut und als Kulisse für Western wie Rio Bravo oder Serien wie High Chaparal genutzt.
Hauptstraße in Old Tucson
Kulisse in Old Tucson
Heute ist Old Tucson eine Art Museum mit Stunt- und Can-Can Shows sowie Rodeos.
Old Tucson - Sheriff Office
Old Tucson - Stuntmen unter sich

Nicht weit weg von der Filmstadt liegt ein anderes, hoch interessantes, aber auch ziemlich beklemmendes Museum. 
Titan II Rakete im Silo
Das „Titan II Missile Museum“ ist das letzte Raketensilo aus dem kalten Krieg. Die dort ausgestellte Interkontinentalrakete war mit einem Sprengkopf von 9000 Megatonnen ausgerüstet. Etwa 400 mal stärker als die Atombombe, die auf Hiroshima fiel. Das Ziel dieser Rakete war Europa...Vielen Dank. 
Kommandostand ders Raketensilos
Die ausgestellte Technik der 60'er Jahre wirkt schon sehr rustikal und nicht unbedingt Vertrauen erweckend. Ziemlich makaber finden wir den Einführungsfilm, der im Foyer vorgeführt wird. Zur Musik eines „Wiener Walzers“ wird dort die Explosion einer Atombombe gezeigt. Manchmal ist der Geschmack der US-Amerikaner schon sehr fragwürdig.

Die Gegend um Tucson ist aber auch für die Flugzeugfriedhöfe, die hier liegen bekannt. Auf Grund des trockenen Wüstenklimas verrotten die hier abgestellten Maschinen nicht. Vom „Pima Air und Space Museum“ aus kann man den „Boneyard“ der Air Force besichtigen. Über 4000 ausrangierte Militärflugzeuge warten hier …. auf was eigentlich?
Boneyard der Air Force bei Tucson
Sauber aufgereiht, in Reih und Glied, die Scheiben gegen den Wüstenwind mit Folien verklebt, sind die Flugzeuge in der Wüste geparkt. Wir können uns das Ganze nur von Außen anschauen, da alle Touren ausgebucht sind.
Das „Pima Air und Space Museum“ ist ganz nett, zeigt auch die Präsidentenmaschine Kennedys, ist aber nicht annähernd so gut wie vergleichbare Museen in England.
Schon etwas betagt - Das Präsidentenflugzeug von  J.F.Kennedy

Die Grenze nach Mexiko ist nicht mehr weit. Das merkt man überall. Die Beschriftungen sind zweisprachig (Spanisch,Englisch) und es gibt auch eine sehr schöne alte Mission. Die Kirche der Mission San Xavier del Bac gehört, aufgrund ihrer strahlend weißen Fassade, zu den Top-Fotomotiven. 
Mission San Xavier del Bac
Bei unserem Besuch ist der Himmel leider bedeckt, so dass der Kontrast zwischen der weißen Kirche und dem (nicht vorhandenen) blauen Himmel nicht zur Geltung kommt. Trotzdem ist die Mission einén Besuch wert.

Ganz im Gegenteil zum etwa 100 Kilometer entfernten Tombstone. Der Ort, angepriesen als „Old Western City“ ist komplett auf Kommerz ausgerichtet und eigentlich ziemlich langweilig. Nach einem kurzen Spaziergang über die „Mainstreet“ machen wir uns auf den Weg nach Mexiko.

Donnerstag, 8. März 2018

USA 10 – Wieder unterwegs


Sonntag 04.März

Es geht wieder los. Wir fliegen zum Ogermobil nach Las Vegas. Diesmal mit kleinem Gepäck. Bis auf ein paar Dichtungen für unsere KCT-Fenster haben wir diesmal keine Ersatzteile dabei. Ein ganz neues Gefühl.

In San Francisco müssen wir umsteigen. Die Einreiseprozedur in die USA geht überraschend schnell und – noch überraschender – sehr freundlich über die Bühne. Ausführliche Beschreibung auf unserer Website.

Nach 15 Stunden Flug und einer kurzen Taxifahrt für stolze 18 $US fallen wir um 21:00 Uhr todmüde in unser Bett in der Airport Travelodge in Las Vegas.
Airport Travelodge - Einfach, aber sauber und mit Parkplatz
Am Morgen werden wir von strahlendem Sonnenschein geweckt. Nach den vielen trüben Tagen im deutschen Winter 2017/2018 eine wirklich motivierende Erfahrung. Mit dem Stadtbus fahren wir zum Lagerplatz auf dem wir vor drei Monaten das Ogermobil abgestellt haben. Die Spannung steigt. Ist alles OK mit dem Auto? Wirklich beunruhigt sind wir eigentlich nicht, aber man weiß ja nie.

Als wir das Auto erreichen sieht auf den ersten Blick alles gut aus. Der Eindruck bestätigt sich auch nachdem wir das Ogermobil ausgepackt haben. Keine Schäden. Die Schlösser lassen sich leicht aufschließen (kein Rost) und das Auto springt – nachdem wir die Batterien wieder angeklemmt haben – sofort an. Erleichterung.

Wir sehen uns in der Wahl von Las Vegas als Etappenziel bestätigt. Der Lagerplatz ist für US-amerikanische Verhältnisse nicht teuer (2 $US/Tag), das trockene Wüstenklima ist gut für das Auto, man findet leicht bezahlbare Hotels in Las Vegas und die Flüge nach Deutschland sind – für die lange Strecke günstig.

Den Rest des Nachmittags verbringen wir mit dem Ausrüsten des Ogermobils. Gaby kauft einen Berg Lebensmittel und ich fahre tanken und Wasser auffüllen. Am frühen Abend ist alles erledigt und uns bleibt der Rest des Tages für einen Bummel über den Strip.
Las Vegas - Hotel New York, New York

Da haben wir uns was vorgenommen. Wir starten im Süden am Hotel Mandaley Bay und laufen dann nach Norden über und durch das Luxor, New York-New York, Bellagio (mit den Wasserspielen) Caesars Palace, Treasure Island bis zum Venetian. Eine Strecke von über 3 Kilometern.
las Vegas - Wasserspiele vor dem Bellagio

Las Vegas - Der Strip am Abend
Im Flugzeug nach Las Vegas haben wir Gutscheine für Getränke und zum Spielen im Venetian bekommen. Die lösen wir schnurstracks ein. Beim Roulette gewinnen wir doch glatte 25 $US und in der Bar gönnen wir uns dann zwei Cocktails.

Es ist jetzt immerhin schon 20 Uhr und die Müdigkeit schlägt gnadenlos zu. Mit letzter Kraft schleppen wir uns zur Bushaltestelle um zurück zum unserem Hotel zu kommen.

Der nächste Tag ist das Ende unseres Aufenthalts in Las Vegas. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel Paris (das wohl beste, da französische Frühstück, in Las Vegas) fahren wir los. Ziel ist der Lake Mead. Dort wollen wir erst einmal einen Tag ausspannen bevor es richtig los geht. Auf dem Weg dorthin halten wir für einen Fotostopp am Hooverdamm.
Beeindruckend - Hooverdamm
Am Lake Mead übernachten wir im Kingman Wash, direkt am Seeufer. Am Ruhetag haben wir viel zeit um wieder in den Reisemodus zu kommen und diesen Blog zu schreiben.
Mitten in der Wüste - Lake Mead


Donnerstag, 30. November 2017

USA 9 – Etappenziel erreicht

Wir sind in Las Vegas – unserem Etappenziel – angekommen. Wir gönnen uns zwei Tage im Tuscany Resort und Casino. Das Hotel ist relativ günstig. Die Nacht kostet rund 25 € pro Person. Dafür bekommen wir ein sehr großes, sauberes (in den USA nicht selbstverständlich), nahe am Strip gelegenes Zimmer mit einem Parkplatz für das Ogermobil.
Tuscany Resort und Casino
Tagsüber bereiten wir das Ogermobil auf die Winterpause vor. Abends stürzen wir uns in das Vergnügen. Wir besuchen eine der unzähligen Shows am Strip, verspielen 20 $ beim Black Jack und testen ein paar der berühmten Las Vegas Buffets.
Bellagio - Las Vegas Strip I
Eifelturm - Las Vegas Strip II

Für rund 50 € gibt es den 24-Stunden Buffetpass. Mit diesem Pass kann man 24 Stunden lang beliebig oft zum Essen gehen. Wir gehen 2-mal zum Abendessen und einmal zum Frühstück. Insbesondere das Frühstücksbuffet im Hotel Paris ist erste Sahne. Wie der Name suggeriert gibt es dort französische Küche....und gar nicht schlecht.
Lecker - Frühstücksbuffet im Hotel Paris

Nach dem Frühstück bringen wir das Ogermobil ins Winterquartier, zum Sunrise RV and Boatstorage. Wie üblich decken wir das Auto mit unserer Folie ab und hoffen es im März wieder unversehrt abholen zu können.
Ogermobil im Winterquartier
Am nächsten Abend geht unser Flug nach Deutschland. Leider nicht direkt, sondern mit Zwischenlandung und -aufenthalt in Toronto.

In Toronto werden wir von typischem Novemberwetter empfangen. Grauer Himmel und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt... ein Vorgeschmack auf Deutschland. 

Das hindert uns nicht daran einen Ausflug zu den nahegelegenen Niagarafällen zu unternehmen. Wir mieten uns ein Auto und düsen los. Die Niagarafälle sind ja ganz nett, aber kein Vergleich zu den Victoriafällen oder zu den Fällen von Iguazu. Dies trifft sowohl auf die Größe, als auch auf das Ambiente zu. Die Fälle liegen mitten in der Stadt. Die Bebauung reicht bis unmittelbar an das Wasser und mindert so den Gesamteindruck erheblich.
Grau in Grau - Niagarafälle
Am Abend nehmen wir unseren Anschlussflug nach Frankfurt. Morgens um 6 Uhr landen wir in Frankfurt und gegen Mittag sind wir wieder zu Hause.

Damit ist die 6. Etappe abgeschlossen. Anfang März geht es dann wieder los, wir brechen dann zur 7. Etappe auf. Sie wird uns von Las Vegas in den Süden der USA, nach Florida und dann an die Ostküste der USA führen.

Den nächsten Blogeintrag werden wir zum Start der 7. Etappe verfassen.......bis dahin

Gaby und Dirk


USA 8 – Besuch aus Deutschland

Wir bekommen Besuch aus Deutschland. Unser Ältester reist die letzten Wochen dieser Etappe mit uns gemeinsam durch den Südwesten der USA. Adrian hat sich einen kleinen SUV gemietet. In Flagstaff treffen wir uns auf dem Parkplatz eines Walmarts – pünktlich zum Frühstück hat er uns gefunden.
Mit etwas Holz, ein paar Schrauben, einer Isomatte und ein bisschen Geschick bauen wir ein Bett in den SUV ein – Adrians Schlafstatt für die nächsten drei Wochen.
Adrian und sein rollendes Schlafzimmer
Unser Programm ist straff. Zunächst eine Besichtigungstour um Flagstaff, dann Monument Valley, Grand Canyon, Lake Powell mit Glen Canyon Damm und Lower Antilope Canyon.
Beindruckend - Monument Valley
Sonnenschein - Grand Canyon
Farbenfroh - Lower Antilope Canyon
Wasser und Energiespeicher - Glen Canyon Damm
Später dann Cottonwood Canyon, Bryce sowie Zions Nationalpark und zum Abschluss das Death Valley.
Nasse Wanderung - Cottonwood Canyon
Skuril - Bryce Canyon
Tote Landschaft - Badlands im Death Valley
Keine Zeit für Ruhetage. Entweder wir fahren oder wir wandern. Zum Glück spielt das Wetter weiter mit. Jeden – tatsächlich jeden – Tag scheint die Sonne. Nachts wird es zwar teilweise bitter kalt ( bis – 7° C), aber wir wissen ja jetzt wie wir die Standheizung im Ogermobil zum Laufen bringen. Adrian hat einen sehr guten Schlafsack mitgebracht, so dass die tiefen Temperaturen auch in Adrian's rollenden Schlafzimmer absolut kein Problem sind.
Kalt - Nächte beim Zions Nationalpark
Tagsüber werden wir von sommerlichen Temperaturen bis zu 28°C verwöhnt. Das Wetter ist so angenehm, das wir im Lake Powell baden können. 
Badeplatz - Lone Rock Beach am Lake Powell
Der Oktober und November entpuppen sich als sehr gute Monate für die Besichtigung dieser unglaublich schönen Gegend in der USA und entschädigen uns für das ziemlich kühle und nasse Wetter in Alaska.

Nach drei Wochen mit Adrian, viel Spaß und unzähligen Wanderungen erreichen wir schließlich Las Vegas, den Zielort der 6. Etappe.

Dienstag, 31. Oktober 2017

USA 7 – Canyonlands

Das Colorado Plateau liegt im vier-Staaten Eck von Utah, Colorado, Arizona, New Mexiko und ist ein erdgeschichtliches Bilderbuch. Es liegt auf Höhen um 2000 M.ü.NN und ist durchzogen von den Canyons, die vom Colorado River und seinen Nebenflüssen in den Sandstein gegraben wurden. Der unterschiedlich weiche Sandstein, der mit einzelnen Granitfelsen durchsetzt ist, wurde durch die Wind – und Wassererosion in die unterschiedlichsten Formen modelliert.

Hier ist die höchste Konzentration an Nationalparks in den USA. Die Nationalparks bedecken eine riesige Fläche, aber auch die Bereiche des Plateaus, die nicht in den Parks liegen, sind sehenswert. Der größte Teil dieser Flächen werden vom „Bureau of Landmangement“ (BLM) verwaltet. Das ist immens wichtig für uns, denn auf BLM-Land kann man frei campen.

Beim Besuch der Nationalparks hat man die Qual der Wahl. Wir beginnen im Norden und fahren zunächst zum „Canyonlands Nationalpark“ Von der Parkstraße, die etwa 30 Kilometer in das Gelände hineinführt, hat man einen schönen Überblick über die Canyons. Zudem gibt es mehrere kurze interessante Wanderungen. Wir gehen auf den Whale Rock einem Slickrock Felsen.
Auf dem Whale Rock
Dann wandern wir zum Upheavel Dome, einem Krater, der wahrscheinlich durch einen Meteroiteneinschlag entstanden ist.
Rast am Upheavel Dome
Zum Abschluss steht noch ein Spaziergang zum Mesa Arch, einem natürlichen Steinbogen auf dem Programm.
Mesa Arch
Der Höhepunkt ist für uns jedoch die Fahrt auf dem Shafer Trail. Die gut ausgebaute Piste führt vom Plateau zunächst steil nach unten auf die Zwischenebene direkt über dem Colorado. Hier reiht sich ein atemberaubender Aussichtspunkt an den nächsten. 
Gooseneck Overlook am Shafer Trail
Kurz hinter der Parkgrenze finden wir hier auch einen sehr schönen, einsamen und nachts absolut dunklen Übernachtungsplatz. Der Sternenhimmel ist ähnlich überwältigend wie in der Sahara oder der Atacama Wüste.
Übernachtungsplatz am Shafer Trail
Unser nächster Park ist der Arches Nationalpark. Der Name des Parks drückt aus, was es zu sehen gibt....Bögen, genauer gesagt Natursteinbögen. Insgesamt über 2000 dieser, durch Erosion entstandenen natürlichen Bögen gilt es hier zu entdecken. 
Bögen, Bögen, Bögen ...
 Im Gegensatz zur Ruhe im Canyonlands NP, boxt hier der Bär, denn jeder will den Delicate Arch, den berühmtesten aller Bögen, sehen. In der Tat, der Delicate Arch ist beeindruckend. Nach einer 2,5 Kilometer langen, anstrengenden und im Sommer sicher auch sehr schweißtreibenden Wanderung taucht der Bogen nach einer Felsecke völlig überraschend vor dem erschöpften Wanderer auf. Freistehend und 10 m Hoch, sowie 14 m lang wirkt er vor dem Hintergrund der Berge schon ziemlich beeindruckend. 
Delicate Arch
Die Einschränkung kommt durch die vielen Leute, die das Erlebnis doch sehr beeinträchtigen. Wieder fallen uns die chinesischen Gruppen unangenehm auf. Jeder fotografiert sich selbst unter dem Bogen, in etwa einhundert verschiedenen Posen. Währenddessen wird unablässig geschnattert und eine Drohne kreist sirrend über der Szene....Schade.

Zwischen den anstrengenden Besuchen in den Parks legen wir ausgiebige Ruhepausen in der grandiosen Landschaft, die die Parks umgibt, ein. Unsere Übernachtungsplätze liegen inmitten dieser einmaligen Natur und entsprechen den Klischees über den wilden Westen aus den alten amerikanischen Westernfilmen. 
Gleich kommt John Wayne um die Ecke geritten ....
Dem aufmerksamen Leser unseres Blogs dürfte es nicht entgangen sein....Ich habe noch nichts über das Wetter geschrieben. Es gibt auch keinen Grund zur Klage. Den ganzen Monat über ist der Himmel blau, die Höchsttemperaturen liegen bei 25° C und nachts nicht unter 2°C.
Vor dem Lagerfeuer steht das Holzsammeln ...
Abends wärmen wir uns am Lagerfeuer und schlürfen eine Weissweinschorle.....was will man mehr?
Lagerfeuer und Weisweinschorle
Der nächste Park auf unserem Weg ist der Mesa Verde NP. Hier fasziniert nicht die Landschaft, sondern eine der wenigen Hinterlassenschaften der Indianer. Die Anasazi haben hier um 1100 n.Chr. Unter Felsüberhängen ihre Wohnhäuser gebaut. Im Bereich des Mesa Verde NP haben damals wohl 30.000 Menschen in solchen Häusern gelebt. Genaues kann man nicht mit Gewissheit sagen, denn die Kultur der Indianer kannte keine Schrift.
Balkony House - Im Vordergrund die beiden runden Kivas
In einer kurzen Wanderung besuchen wir, unter Führung eines Rangers, eines der erhaltenen und restaurierten Häuser. Das „Balkony House“ ist nur über eine 10 Meter hohe Leiter zu erreichen. Zum Verlassen des 38 Räume und 2 Kivas umfassenden Komplexes muss man durch einen ziemlich engen Tunnel kriechen und über zwei kleinere Leitern aus dem Tal hinaussteigen.
Leiter zum Balkony House
Auf dem Weg zum Mesa Verde NP spüren wir beim Fahren plötzlich starke Vibrationen im Bereich der Hinterachse des Ogermobils. Es stellt sich heraus, dass sich die Flanschmutter am hinteren Differential gelöst hat. Sie ist schnell wieder angezogen. Auf Rat vom Mechaniker unseres Vertrauens (Erich Christ) wollen wir trotzdem das Differential überprüfen lassen.

Und wieder beginnt eine Odyssee. In Cortez, der Ort der dem NP am nächsten liegt werden wir zunächst von Werkstatt zu Werkstatt geschickt. Schließlich landen wir in Jimmys Transmission Workshop. Dies wäre die richtige Werkstatt. Jim, der Chef, schraubt hier selbst. Leider ist er völlig überlastet. Er gibt uns Adressen von Werkstätten in Flagstaff. Wir rufen diese Werkstätten an. Insgesamt 4 Stück. Keine will an unserem Auto arbeiten. Entweder weil es kein amerikanisches Fabrikat ist, oder weil es zu groß ist. Was tun? Wir fahren zurück zu Jimmy. Ich frage ihn ob ich die arbeiten selbst in seiner Werkstatt machen kann. Zu unserer großen Freude stimmt er zu.

Also los geht’s. Wir öffnen beide Differentiale, prüfen das Öl, die Zähne der Zahnräder und das Zahnflankenspiel am Tellerrad. Zu unserer großen Erleichterung ist alles OK und wir müssen lediglich das Spiel am vorderen Differential etwas nachstellen. Und Jimmy kann es nicht lassen. Er legt sich mit unters Auto und schraubt auch selbst. Wir wechseln das Öl und dichten alles wieder ab. Nach zwei halben Tagen Arbeit sind wir fertig und Abfahrtsbereit. Auf meine Frage nach der Rechnung winkt Jimmy nur ab. Geht auf's Haus.

Das haben wir nun wirklich nicht erwartet. Es gibt auch noch richtige Werkstätten und gute Mechaniker in den USA.
Auf dem Weg nach Süden liegt das Monument Valley
Von Cortez fahren wir weiter nach Süden nach Arizona.