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Mittwoch, 6. September 2017

Kanada 3 - Yukon

Die Geschichte Nordamerikas ist geprägt von Goldgräbern. Immer wieder wurde irgendwo Gold gefunden und im Null-Komma-Nix haben sich tausende Glücksritter auf den Weg gemacht um schnell reich zu werden. Einer der interessantesten „Goldräusche“ fand ab 1896 am Klondike statt. In der Nähe von Dawson City wurde in einem Nebenfluss des Klondikes Gold gefunden und (geschätzte) 30.000 Goldgräber machten sich auf den Weg nach Dawson City. Für die meisten von Ihnen ging er über Skagway, denn ab hier führt der White Pass Trail über die Berge zum Yukon River. Nach weiteren 500 Kilometern auf dem Fluss ist dann Dawson City erreicht.

Skagway lebt noch heute von dieser Geschichte. Der Ort bemüht sich um die Vermittlung einer „Goldgräberstimmung“. Die Häuser sind teilweise noch aus dieser Zeit. Was leider nicht dazu passt sind die vielen Kreuzfahrttouristen. Bis zu vier große Kreuzfahrtschiffe liegen gleichzeitig vor Anker. 10.000 Touristen überfluten den Ort, der gerade einmal 1.000 Einwohnern hat..... Die „Goldgräberstimmung“ bleibt damit auf der Strecke...Schade.
Skagway - Kleiner Ort mit großen Schiffen
Für uns bleibt in Skagway alles wie gehabt. Das Wetter ist bescheiden und unsere Kamera verweigert weiterhin den Dienst. So sind wir gezwungen Bilder mit dem Smartphone zu machen.....Was zunächst nicht so schlimm ist, da wir sowieso immer nur Scharen von Touristen auf dem Bild haben.
Main Street in Skagway
Wir besichtigen das örtliche Goldgräbermuseum (hier ist es trocken) und machen einen Spaziergang durch den Ort.
Schneefräse der White Pass Railway
Am nächsten Morgen fahren wir Richtung Dawson City. Die Goldgräber haben für die insgesamt 720 Kilometer lange Strecke mehrere Monate gebraucht. Wir schaffen sie auf der gut ausgebauten Straße in drei Tagen.

Bei dichtem Nebel machen wir uns auf den Weg. Vom berühmten „White Pass" sehen wir absolut nichts. Nach 100 Kilometer durch dichten Nebel wird das Wetter besser und wir erkennen wenigstens wieder wo wir sind. Weitere 100 Kilometer weiter erreichen wir Whitehorse am Yukon. 
Die Hauptsehenswürdigkeit in Whitehorse - S.S. Klondike
Der Ort hat 20.000 Einwohner und ist schon wieder eine Hauptstadt. Die Hauptstadt des Yukon Territorium in Kanada. Das Territorium ist gut doppelt so groß wie Deutschland und ist von immerhin 37.000 Personen bewohnt (davon mehr als die Hälfte in Whitehorse). Zum Ausgleich leben dafür auch über 15.000 Bären im Yukon.

Whitehorse ist für uns die Gelegenheit zum Einkaufen, was wir auch machen. Und, da unsere Kamera anscheinend wirklich kaputt ist, bestellen wir eine Neue im Internet. Sie soll ein paar Tage später nach Tok in Alaska geliefert werden.

Nach dem Versorgungstag in Whitehorse geht es weiter nach Dawson City. Auf weiterhin recht guter Straße sind wir nach zwei Tagen dort.

In Dawson City ist wirklich ein Rest von „Goldgräberstimmung“ erhalten geblieben. Die Anzahl der Touristen unterschreitet, die der Einwohner deutlich und die Stadt sieht aus wie um 1900. Wir besichtigen die Golddredge Nummer 8. Ein großer Eimerkettenbagger mit dem die Landschaft bis 1959 nach Gold durchsucht - und dabei völlig umgegraben - wurde.
Golddredge No. 8
Abends besuchen wir „Diamond Tooth Gerties Gambling Hall“. Die Spielhalle ist ein Mix aus Casino, Saloon und Varietee und ganz im Stil der Goldgräberzeit gehalten.
Dawson City - Diamond Tooth Gerties Gambling Hall
Bei einem geführten Stadtrundgang besichtigen wir die ehemalige Post, einen alten Saloon und weitere historische Gebäude
Dawson City

Saloon  aus der Goldgräberzeit

Historisches Post-Office
Dawson City feiert an diesem Wochenende den „Discovery Day“. Den Jahrestag des Goldfundes von 1896. Die Einwohner veranstalten ein Schlammrennen mit Monstertrucks. Das hat zwar keinerlei Bezug zum Goldrausch, dafür aber eine großen Spaßfaktor wenn sich die getunten Trucks im Schlamm festfahren.
Vor dem Einsatz sind die Trucks blitzblank geputzt ....
Endlich mal kein Regen ...
Zum Abschluss unseres Besuches gehen wir mit Fabian und Isabelle, die mit ihrem MAN auch auf dem Weg nach Norden sind, zum kostenlosen Pancake-Frühstück im ehemaligen Hauptquartier der Goldmining Firma. Bei Piano Musik serviert der örtliche Heimatverein Pancakes mit Würstchen und Kaffee in der historischen Umgebung.
Hauptquartier der Goldmining Company

Piano Musik zum Frühstück
Frisch gestärkt verlassen wir nach drei tollen Tagen Dawson City nehmen wir die Fähre über den Yukon und fahren auf dem Top-of-the-World Highway in das Innere Alaska.
Fähre über den Yukon in Dawson >City

Alaska 2 - Juneau

Juneau ist die Hauptstadt des Staates Alaska und hat immerhin über 20.000 Einwohner. Was Juneau nicht hat, ist ein Anschluss an das Straßennetz. Juneau ist nur mit der Fähre und dem Flugzeug erreichbar. Für eine Staatshauptstadt schon ungewöhnlich.

Unsere Hoffnung auf besseres Wetter in Juneau ist schnell verflogen. Es regnet, regnet und regnet.....

In einer Regenpause wollen wir zum Fuß des Mendenhall Gletschers wandern. Von unserem Übernachtungsplatz, dem Parkplatz am Beginn des Trails, soll es eine Strecke von etwa 4 Kilometer bis zum Gletscher sein. Wie sich später herausstellt, hat diese Distanzangabe auch gestimmt, vor etwa 20 Jahren als der Gletscher noch weiter ins Tal herunter reichte. Heute muss man schon einen Kilometer addieren.
Übernachtungsplatz am Beginn des Wanderweges zum Gletscher
Die Wanderung lässt sich leicht an. Bald wird aus dem gut erkennbaren Weg jedoch ein Trampelpfad zwischen Gestrüpp, der durch Bäche und über Felsen führt. Dann beginnt es wieder zu regnen. Der Pfad führt jetzt nur noch über den blanken Fels und ist mit kleinen rosa Stofffetzen markiert.
Des Wandern ist des ......
Plötzlich stehen wir vor einem kleinem Wasserfall und der nächste Stofffetzen ist am oberen Ende des Wasserfalls. Etwa 20 Meter über uns. Wir klettern die glitschigen Felsen hinauf und werden nun bis auf die Haut nass. Regen von oben und das Wasser des Baches von unten. Oben angekommen finden wir uns auf einem Plateau direkt vor dem Gletscher wider. Bis zum Eis sind es noch 500 Meter. 
Bis hierher und nicht weiter
Uns reicht der Anblick und wir beschließen umzudrehen, zumal es nun immer stärker regnet. Den kleinen Wasserfall rutschen wir auf unserem Hintern runter. Das ist jetzt zu viel Wasser für unsere Videokamera. Sie stellt den Betrieb mit einem unangenehmen Pfeifton ein.

Wir sind bedient und froh als wir wieder am Ogermobil sind. Wir wärmen uns erst einmal mit viel heißem Kaffee auf.


Für den Rest des Tages haben wir noch eine Stadtbesichtigung vorgesehen. Diese fällt nun sehr kurz aus. Wir drehen eine Runde durch den Ort....mit dem Auto. Das reicht völlig. Am nächsten Morgen fahren wir wieder Fähre. 
Auch auf der Fähre verlässt uns der Regen nicht
Das Schiff bringt uns zum nördlichen Ende der Insidepassage nach Skagway

Samstag, 12. August 2017

USA 5 - Alaska Insidepassage


Der Südosten Alaskas ist ein dünner Streifen an der Pazifikküste und wird vom Inland durch das Küstengebirge abgeschnitten. Lediglich der äußerste Norden dieses Streifens hat eine Straßenanbindung. Alle anderen Orte sind nur per Schiff oder Flugzeug zu erreichen. Von Prince Rupert in Kanada bedienen die Fähren des Alaska Marine Highway System die Orte auf den vorgelagerten Inseln und am Festland. 
Fähre des Alaska Marine Highway System bei Petersburg
In mehreren Etappen fahren wir von Prince Rupert bis nach Skagway, dem Ort mit einer Straßenanbindung. Die Fährfahrt ist wie eine Minikreuzfahrt. Zwischen den größeren und kleineren Inseln, vor dem Hintergrund der schnee- und eisbedeckten Küstenberge schlängeln sich die Fährschiffe durch die teilweise sehr engen Passagen. Am ersten Tag sehen wir, leider in großer Entfernung, einige Wale.
Abendstimmung in der Insidepassage
Unser erster Zwischenstopp ist Ketchikan. Der Ort ist ziemlich groß und hat einen Tiefwasserhafen. Aus diesem Grunde wird er von den riesigen Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Tausende Passagiere überfluten das Städtchen. 
Kreuzfahrtschiff in Ketchikan
Trotzdem gibt es einige Ecken, die relativ ruhig sind. Das ehemalige, schön restaurierte Rotlichtviertel, die Fischtreppe, an der wir erstmals die Lachse auf ihrem Weg zum Laichen hautnah beobachten können und auch das Blueberryfest. Hier gönnen wir uns einen Blueberrykuchen.
Ketchikan - Restaurierter ehemalige Rotlichtbezirk
Ein wichtiger Ort für uns ist der örtliche Walmart. Etwas außerhalb gelegen bietet er mit einem kostenlosen Shuttle in die Innenstadt die idealen Voraussetzungen zum Übernachten. Wir nutzen die Gelegenheit und füllen auch unsere Vorräte auf, denn die nächsten Orte, an denen wir halten werden,sind eher klein.
Unrestauriertes Ketchikan
Zwischenstopp Nummer zwei ist Wrangell. Sechs Stunden Fahrt mit der Fähre von Ketchikan entfernt. Der Ort ist wirklich klein. Gerade einmal 2000 Einwohner und praktisch keine Touristen. Mit uns verlassen nur zwei weitere Autos das Schiff. Es ist Sonntagnachmittag und der Ort ist wie ausgestorben. Das ist jetzt ein bisschen dumm für uns, denn für Montag haben wir eine der begehrten Permits zum Besuch des ANAN Wildlife Conservatory für die Beobachtung von Bären. Das ANAN liegt rund 50 Kilometer von Wrangell entfernt und ist ebenfalls nur mit dem Boot oder Flugzeug zu erreichen und wir haben noch kein Transportmittel gebucht.
Wrangell am Sonntagnachmittag
In Wrangell bieten mehrere Agenturen Ausflüge zum ANAN an. Der Preis ist jedoch mehr als stolz. 300 US$ pro Person für einen 7-stündigen Ausflug mit dem Boot. Das wollen wir nicht bezahlen. Also fragen wir Einheimische ob sie wissen wer uns nach ANAN bringen könnte. Nach zwei Stunden Befragungen in diversen Bars und Restaurants sind wir keinen Schritt weiter, dafür jedoch ortsbekannt.

Am nächsten Morgen lungern wir in den örtlichen Häfen herum und fragen weiter, wieder kein Ergebnis. Was wir aber herausbekommen ist, das eine der Agenturen durchaus verhandlungsbereit sein soll. Also fragen wir auch dort nach. Und siehe da, etwas Palaver und ein Telefonat später hat sich der Preis von 300 US$ auf 100 US$ reduziert.

Eine Stunde später sitzen wir im Boot der Agentur und es geht los. Die Fahrt zum ANAN Bootsanleger dauert 90 Minuten, von dort sind es nochmals 800 Meter Wanderweg bis zur Beobachtungsplattform. Für diese 800 Meter brauchen wir eine halbe Stunde. Das liegt nicht daran, das lauter Fußlahme auf dem Boot sind, sondern das der Guide sehr vorsichtig nach Bären auf dem Weg Ausschau hält. Wie sich herausstellt nicht zu Unrecht., denn plötzlich sitzen zwei Grizzlybären auf dem Weg und kappeln sich. Mit lautem Händeklatschen werden sie vertrieben, so dass wir jetzt ungehindert zur Plattform kommen.
Schwarzbärenfamilie I
Schwarzbärenfamilie II
Die Plattform ist an einem Creek gelegen. Der Creek ist voll von Lachsen auf ihrem Weg zum Laichen. Es wimmelt nur so von Flossen. Von Zeit zu Zeit springt auch ein Lachs hoch. Die Stelle ist gut gewählt, denn die Stromschnelle ist ein Hindernis für die Lachse an dem sie sich stauen.
Wo sind sie denn ?
Das wissen vor allem die Bären. Für sie ist der Tisch reich gedeckt. Einmal mit der Tatze ins Wasser gelangt, schon haben sie einen Fisch geschnappt. Das Angebot an Futter ist so überreichlich, dass die Bären meistens weniger als die Hälfte eines Lachses fressen. Der Rest wird achtlos liegengelassen. 
Schwarzbär beim Festmahl
Die Einladung für die Möwen und Krähen sich ebenfalls zu bedienen. Wir sehen mehr als 10 Schwarzbären, davon zwei mit Jungen, die sich entspannt ihrem Festmahl widmen. Einer der Grizzlies, die wir auf dem Weg gesehen haben, kommt später auch den Creek hinauf. Anscheinend ist er gerade nicht hungrig, denn er springt immer wieder in das Wasser ohne einen Fisch zu fangen. Er spielt wohl nur mit den Lachsen.
Grizzlybär  hautnah
Drei Stunden beobachten wir die Bären, bevor wir uns auf den Rückweg machen müssen.

Am nächsten Tag wartet wieder die Fähre auf uns. Weiter geht es zum nächsten Zwischenstopp. Unser Ziel heißt Petersburg. Ebenfalls ein kleiner Ort, der vom Fischfang lebt. 
Petersburg - Fischcannery
Hier bleiben wir vier Nächte. Die erste Nacht verbringen wir am Ortsrand im Outlook Park. Der Platz ist toll. Ein super Ausblick auf das Wasser, ein Unterstand und ein Wassertoilette. Von den Einheimischen wird der Platz zum Ausführen der Hunde oder zu einem Verdauungsspaziergang genutzt.
Outlook Park in Petersburg - Übernachtung mit Meerblick
Die Gelegenheit mit den Bewohnern von Petersburg in's Gespräch zu kommen. Ein Ehepaar lädt uns zu einer Inselrundfahrt ein und zeigt uns die Sehenswürdigkeiten. Eine andere Frau schenkt uns eine Portion frischen Lachs. Wirklich sehr nett.
Insidepassage
Zwei weitere Tage verbringen wir im unbewohnten Süden der Insel. Natur pur. Bei einem Spaziergang an einem Creek begegnen wir wieder Schwarzbären. Eine Mutter mit ihren drei Jungen beim Fischen.


Am dritten Tag schlägt das Wetter um. Es fängt an zu regnen und es ist unangenehm kalt. Am Abend erwärmen wir uns am Lagerfeuer und am nächsten Morgen fahren wir weiter. Vielleicht ist das Wetter in Juneau (die Hauptstadt Alaskas) ja besser.

Freitag, 4. August 2017

Kanada 2 – Barkerville

Gold im Fraser River. 1862 eilt dieser Ruf wie ein Lauffeuer um die Welt. Nach einigen Monaten (wie gesagt ein Lauffeuer …) erreicht er auch Europa. Und es machen sich Tausende auf den Weg nach Kanada um ihr Glück zu finden
So beginnt nicht nur die Geschichte von Barkerville, sondern auch die Führung durch den Ort mit unserer, im Stil der 1860'er Jahre gekleideten Führerin.
Stadtführung in Barkerville
Sie ist nicht die einzige, die so gekleidet ist. Alle Mitarbeiter der Museumsstadt laufen epochengerecht gekleidet herum. Anscheinend haben sie auch alle eine Schauspielausbildung, denn alle Führungen und Vorführungen werden sehr unterhaltsam dargeboten. Egal ob es um den Friseur aus der Goldrauschzeit, den Arzt oder die Tänzerinnen (Hurdy-Gurdy-Girls) in den Salons geht. 
Barkerville - Mainstreet
Zu allem gibt es Anekdoten. Barkerville war zu der Zeit die größte Stadt westlich von Chicago und nördlich von San Fransico und hatte damit auch eine eigene Zeitung, deren Archiv bis heute erhalten ist und damit eine (fast) unerschöpfliche Quelle für Geschichten  und Fotos über den Goldrausch ist.
Wohnhaus mit "Bewohnern"
Im Laufe des Tages besuchen wir eine Varieteevorstellung, eine Gerichtsverhandlung und fahren mit der Postkutsche. Natürlich alles in und zwischen den originalgetreu restaurierten Gebäuden der Stadt.
Hier geht es zum Varietee
Insgesamt ein äußerst unterhaltsamer Besuch im „Living Museum“. Aufgrund der Straßensperrungen wegen der Waldbrände sind nur wenige Besucher mit uns in der Stadt, was den Unterhaltungswert noch zusätzlich steigert.
Die Postkutsche wartet
In einer der wenigen, kurzen Erholungspausen trinken wir Kaffee im Salon und Gaby gönnt sich ein Eis. Unsere einzige Nahrung (flüssiger oder fester Form) für den ganzen Tag. Der Tag vergeht wie im Fluge und wird mit Straßenmusik, natürlich im Stil der 1860'er beschlossen.
Ein Eis zum Abschluss ...
Von Barkerville sind es jetzt immer noch rund 900 Kilometer bis nach Prince Rupert. Die Straße ist weiterhin gut, so dass die Fahrt sehr geruhsam verläuft. Die Highlights?. In Prince George gibt es sowohl einen deutschen Bäcker mit lecker Brot und Stückchen, als auch einen Metzger mit ziemlich guter deutscher Wurst. In Fraser Lake finden wir einen Übernachtungsplatz mit Wasserspültoilette !!! (sehr sauber) und in Port Edward besichtigen wir die über 100 Jahre alte Fischkonservenfabrik.
North Pacific Fischkonservenfabrik
Die Landschaft ist weiterhin großartig und die Mücken omnipräsent (soweit also nichts Neues). 
Cobb Lake - Wieder ein toller Übernachtungsplatz
Aber eines vermissen wir wirklich, und das sind die Bären. Bis jetzt haben wir noch keinen Einzigen gesehen......

Dienstag, 1. August 2017

Kanada 1 – British Columbia

Die Einreise nach Kanada ist, wie die Einreise in die USA, völlig unkompliziert. Ein paar Fragen nach dem Woher und Wohin, ein flüchtiger Blick in den Innenraum, das ist alles und wir sind in Kanada.
Grenzübergang nach Kanada - Das Schlimmste ist das Warten
Nicht weit hinter der Grenze liegt Vancouver. Die Stadt in der die olympischen Winterspiele 2010 stattgefunden haben, begrüßt uns mit angenehmen 30°C Außentemperatur. Im Norden der Stadt übernachten wir in einer Straße hinter einem Einkaufszentrum. Diese Straße ist als Übernachtungsplatz sehr populär. In einer langen Reihe stehen mindestens 10 Wohnmobile am Straßenrand. Der Platz ist aber auch gut. Nachts ist es sehr ruhig, es gibt Toiletten im Einkaufszentrum, freies WIFI und eine Bushaltestelle für die Fahrt ins Zentrum.
Nicht idyllisch aber praktisch - Übernachtungsplatz beim Einkaufszentrum

So ist es nicht weiter schwierig, bei strahlendem Sonnenschein die Stadt zu besichtigen. Zudem konzentrieren sich die wesentlichen Sehenswürdigkeiten an der Waterfront um das „Canada Center“. 
Vancouver's Waterfront - Links das Canada Center
Es erinnert in seiner Architektur an ein Segelschiff, was wohl auch beabsichtigt ist, denn hier legen die Kreuzfahrtschiffe nach Alaska an. Wenige Meter weiter befindet sich das Terminal für die Wasserflugzeuge. Alle paar Minuten startet oder landet eins vor dem Hintergrund der angrenzenden Berge.
Flughafen der Wasserflugzeuge an der Waterfront
Wir besichtigen Chinatown. Im Vergleich zu San Francisco eher enttäuschend. Dafür finden wir aber ein chinesisches Nudelrestaurant in dem es gutes Essen in ordentlichen Portionen zu wirklich günstigen Preisen gibt. Die Portionen sind so ordentlich, dass wir gerade einmal gut die Hälfte davon schaffen. Wir lassen uns, wie fast jeder Gast, den Rest einpacken und nehmen ihn mit nach Hause.

Zu einem Besuch von Vancouver gehört auch ein Bummel durch das „Gastown“ Viertel. Dem historischen Kern der Millionenmetropole. 
Gastown
Sehr schön ist die mit Dampf betriebene Uhr an der Water Street. Alle Viertelstunde imitiert sie mit ihren Dampfpfeifen den Glockenschlag von Big Ben.
Dampfuhr in Gastown
Bevor wir zum Ogermobil zurückfahren spazieren wir noch durch den Stanley Park und besichtigen die Sammlung der Totempfähle.
Totempfähle im Stanley Park
Den Abschluss des langen, anstrengenden Tages bildet ein Ausflug zum Fähranleger am Abend. Von hier hat man einen phantastischen Blick auf die abendliche Skyline von Vancouver.
Vancouver by Night
Vor der Weiterfahrt Richtung Norden müssen wir erst einmal herausfinden, wohin wir überhaupt fahren können. Seit einigen Tagen wüten größere Waldbrände in British Columbia, die zur Evakuierung von etwa 50.000 Bewohnern in den Caribou Mountains geführt haben. In diesem Bereich sind auch mehrere der großen Fernstraßen gesperrt. Dummerweise auch der Highway auf dem wir nach Norden wollten. Wir sind gezwungen in einen großen Bogen um das von Bränden betroffenen Gebiet herumzufahren. Der Umweg ist fast 300 Kilometern lang.

Unser Ziel ist Prince Rupert. Wegen der Umleitungen sind es fast 1600 Kilometer bis dahin. Es bleibt reichlich Zeit und Gelegenheit die kanadische Natur kennen zu lernen. Traumhafte Übernachtungsplätze an Seen oder Flüssen. Wahlweise mit oder ohne riesigen Moskitos und winzigen Beißfliegen.
Übernachtung I - Recreation Site am See, leider mit vielen Beißfliegen
Übernachtung II - Hier läßt es sich aushalten, strahlender Sonnenschein und keine Insekten

Die Straßen sind ausgezeichnet. So kommen wir flott voran und entschließen uns, dass wir noch einen Abstecher nach Barkerville (einer Museumsstadt aus den Tagen des Goldrausches) machen. Im riesigen Kanada mit seinen großen Entfernungen hat das  Wort „Abstecher“ jedoch eine ganz andere Bedeutung als in Europa. Der Abstecher ist fast 400 Kilometer lang. Aber es soll sich lohnen....