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Samstag, 21. Juni 2014

Thailand 6 - Abenteuer Tauchen - von Gaby

Dirk hat die Idee, dass wir ja mal Tauchen erlernen könnten. Früher war es uns immer zu teuer und jetzt haben wir in Koh Tao die Möglichkeit bei einer deutschen Tauchschule in einem schönen Tauchgebiet (Tanote Bay) das Versäumte nachzuholen.

Tanote Bay 

Die Tauchschule hat exzellente Kritiken. In der Vergangenheit wäre ich gleich total begeistert gewesen, aber ich bin ja älter geworden und kein Draufgänger mehr. Dirk zuliebe will ich aber einen Versuch starten, schließlich ist er ja mit mir auch zum Mount Everest Basecamp gelaufen. 

Nach einer stürmischen Überfahrt landen wir mit unserem Auto auf der Insel.

Vertrauen sieht anders aus. Die Fähre nach Koh Tao
Unsere Tauchschule Calypso (www.diving-calaypso.de) ist der internationalen Organisation CMAS angeschlossen und wir machen einen Open Water Diver Kurs (CMAS 1*), der in der Regel 4 Tage dauert.

Tauchschule Calypso in der Tanote Bay

Tag 1

Der erste Tag ist ein Schnupperkurs, wenn man nicht zurechtkommt, kann man danach aufhören und muss nicht alles bezahlen. Die gesamte Kursgebühr beläuft sich auf knapp 300 Euro pro Person.  

Tanote Bay, das Riff liegt vor der Haustür

Wir haben Glück, dass wir in der Nebensaison dort ankommen sind, so können wir die erste Trainingseinheit alleine mit Balu, unserem Tauchlehrer starten. Er ist etwa in unserem Alter, kommt aus Darmstadt und hat schon 10 Jahre Erfahrung mit Tauchschülern.Wir bekommen die Ausrüstung gezeigt und die wichtigsten Verhaltensregeln erklärt.

Balu bei der Erklärung der Theorie

Dann folgt mit dem gesamten Equipment ein erster Tauchgang. Die Flasche, der Anzug, die Weste mit den Schläuchen und 4 kg Blei am Gürtel sind ungewohnt schwer. Dazu müssen wir noch Flossen und Taucherbrille im Wasser anziehen. Ich bin total aufgeregt. Bekomme ich unter Wasser wirklich genug Luft und kann ich ein- und ausatmen? Nach den ersten paar Sekunden merke ich, es klappt und es atmet sich sogar leichter als mit Schnorchel. Wir üben, wie wir unter Wasser die Maske frei blasen können und beim Tiefergehen den Druckausgleich machen. Beides klappt überraschend gut. Dirk und ich haben keine Probleme damit. Ich muss noch an meiner Ausatemtechnik und an meiner Beinarbeit arbeiten, was aber am 1. Tag nicht so wichtig ist. So zufrieden, beschließe ich weiter zu machen. Ich freue mich, dass Dirk sagt, für ihn wäre es sowieso klar gewesen, dass ich das schaffe.

Tag 2

Heute ist kein gutes Wetter zum Tauchen und wir haben zum Glück nur Theorie und sind jetzt mit Alex drei Tauchschüler in einer Gruppe.

Tag 3

Mein aufgeregtes Kopfkino meldet sich wieder, als wir nach einer langen Nacht - wir haben das Weltmeisterschaftsspiel Deutschland gegen Portugal angesehen und erst um 2 Uhr 30 ins Bett gekommen – ins Wasser gehen. Wir beginnen wieder mit einigen Übungen z.B. wie wir unseren Atemregler wieder finden, wenn wir ihn verloren haben oder wie wir dem Partner Luft von unserem Ersatzregler geben. Maske ganz absetzen und wieder aufsetzten. Wieder atme ich nicht tief genug aus und treibe meist wie ein Luftballon nach oben.
Später wurde alles noch viel besser ...

Balu muss mich ab und zu an die Hand nehmen. Ich glaube, ich habe mir einen zu großen Tauchanzug ausgesucht und der hat zu viel Auftrieb, jedenfalls bekomme ich noch 800 Gramm Blei in die Tasche gesteckt. Am Nachmittag können wir nach ausführlicher Theorie unseren Abschlußtest schreiben. Wir dürfen uns dabei besprechen und haben fast alles richtig, nur war uns nicht klar, dass ein Schnorchel und ein Messer auch zur Tauchausrüstung gehört. Leider gehen wir wieder sehr spät ins Bett und ich weiß, dass das nicht gut für mich ist.  

Tag 4

Tatsächlich bin ich am Morgen etwas unkonzentriert, bekomme aber endlich heraus ,wie ich allein mit der Atmung mein Hoch- und Runterkommen steuern kann. Vor den beiden Tauchgängen gibt es noch einen Schnorchelgang. Wir müssen erst ein paar Meter tief und dann ca. 20 Meter Strecke mit einem Atemzug tauchen.

Das klappt doch ganz gut ...

Beim Tieftauchen stelle ich mich doof an und muss es 2 Mal machen. Dafür bin ich beim Streckentauchen, den Jungs überlegen. Überhaupt haben wir heute sehr viele Übungen. Wir müssen den Bleigürtel und die Schwimmweste mit Flasche an und ausziehen.( Dirk bekommt die Übung mit dem Bleigürtel erlassen) Dann müssen wir simulieren wie wir ohne Luft hochkommen und uns die Weste mit Atemluft vollpumpen. Gar nicht so einfach bei Wellengang oben. Ich wäre alleine wahrscheinlich abgesoffen. Wir müssen uns gegenseitig bergen, uns die Luft aus einer Flasche mit Hilfe der 2. Atemmaske teilen und damit gemeinsam weiter schwimmen. Wir lernen auf einander Rücksicht zu nehmen, den Luftmesser permanent zu kontrollieren und im Wasser zu schweben. Dann soll ich mit Dirk in 10 Meter Tiefe noch mal Wechselatmung üben, d.h. ihm mein Mundstück geben und nach 2 Atemzügen von Dirk bekomme ich es wieder. Dirk braucht meiner Meinung zu lange und ich verschlucke mich. Da habe ich dann keine Lust mehr. Soll Dirk sich doch wieder seinen eigenen Atemregler holen (ist nicht mein Problem). Schließlich ist er Schuld daran, dass ich so spät ins Bett gekommen bin.  

Tag 5

Nach einer normalen Nacht haben wir unsere letzte Tauchübung für den Tauchschein vom Boot aus. Das Reinspringen ist nicht schwer, jedoch mit der ganzen Ausrüstung wieder an Bord zu klettern schon.

Es geht abwärts ...
Diesmal fühle ich mich total wohl und kann die tolle Unterwasserwelt genießen. Dirk hat seine Maske nicht richtig auf und bekommt dauernd Wasser hinein, später ist der Verschluss den die Flasche mit der Weste verbindet offen. Da ist es schön wenn ein Tauchlehrer zur Stelle ist.

Die Fische sind uns gerade entwischt ...

Ich bin wirklich jeden Tag ein bisschen besser und sicherer geworden. Es ging eigentlich schneller als das Autofahren. Da habe ich 20 Stunden für den Führerschein gebraucht. Wir bekommen unsere Tauchbescheinigungen und ich bin tatsächlich etwas stolz auf mich. Laut Tauchschulenstatistik schafft es nur jeder 10. Schüler bis zum Abschluß durchzuhalten. Es werden doch viele Leute von Ängsten geplagt und das hat nichts mit dem Alter zu tun. Der größte Dank gilt aber unserem Balu, der viel Geduld haben musste und uns ständig motivierte. Laut ihm waren wir keine schlechten Schüler.

Mein Fazit ist, dass ich froh bin den Kurs gemacht zu haben. Wieder hatte ich die Möglichkeit mich selbst besser kennen zu lernen, beispielsweise wie ich mit Stress unter Wasser umgehe. Außerdem ist es ein schönes gemeinsames Erlebnis.

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