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Dienstag, 8. März 2022

Irak 4 – Nadschaf – Iman Ali Shrine

Nadschaf, eine der großen Städte im Irak und nach Mekka, Medina und Jerusalem die Viertheiligste Stätte für die Moslems.

Wir haben ein Hotel gebucht, welches sehr nahe am Iman Ali Shrine liegt, einen vernünftigen Preis verlangt und damit wirbt dass es hoteleigene Parkplätze gibt. Leider ist die Beschreibung des Hotels nicht ganz vollständig. 

Das Management hat vergessen zu erwähnen, dass das Hotel nur mit Sondergenehmigung angefahren werden kann und das das Hotel die Genehmigung nicht besorgen kann. Dies erfahren wir aber erst als wir in Nadschaf quasi „vor der Tür“ stehen und nicht in die gesperrte Old City einfahren dürfen. Super, genau so eine Situation wollten wir eigentlich vermeiden.

Wir fahren zum außerhalb gelegenen Melian-Hotel und fragen ob wir auf dem Parkplatz, der von der Straße nicht einsehbar ist, übernachten dürfen. Der Eigentümer zögert nicht lange. Wir dürfen, zusätzlich bietet er uns noch an , dass wir das Bad eines Hotelzimmers nutzen dürfen. Alles kostenfrei. Wir nehmen das Angebot sehr gerne an.

Parkplatz vor dem Melian Hotel

Am Abend geht es mit dem Taxi in die Innenstadt. Der Spaziergang durch die Old City und die Besichtigung des Shrines sind wirklich eindrucksvoll.

Nadschaf - Iman Ali Shrine

Iman Ali war Cousin und Schwiegersohn von Mohammed und gilt als der erste Iman der Schiiten. Der Shrine wird jährlich von 8 Millionen Pilgern besucht und ist rund um die Uhr geöffnet.

Iman Ali Shrine - Anstehen zur Kontrolle

Der Zugang ist mehrfach gesichert. Zunächst Taschenkontrollen und Scanner wie am Flughafen. Bevor man den Schrein betreten kann, muss man die Schuhe, elektronische Geräte und sämtliche Taschen abgeben. Nur das Handy ist noch erlaubt. Da Gaby den hohen Ansprüchen an das korrekte Verdecken der Haare nicht genügt, finden sich schnell Frauen die die Haare fachmännisch und ruckzuck bändigen.

Gaby mit gebändigter Haarpracht

Die Besichtigung ist nicht ganz einfach. Dicht an Dicht gedrängt schieben sich die Gläubigen durch die Räume und Hallen und suchen sich einen Platz zum Gebet.

Iman Ali Shrine - Andrang

Während an der einen Stelle Trauerfeiern stattfinden, sitzen direkt daneben andere Familien auf Teppichen und picknicken fröhlich.

Nadschaf - Bazar

Direkt an den Shrine schließt sich der Bazar an. Wir kaufen uns dort noch ein Brathähnchen und nehmen uns ein Taxi, das uns zum Ogermobil zurückbringt. Dort lassen wir den anstrengenden Tag mit einem Glas Rotwein und dem köstlichen Hähnchen ausklingen.

Montag, 7. März 2022

Irak 3 – Die Wiege der Zivilisation

Die Städte Ur und Uruk in Mesopotanien gelten als die Wiege der Zivilisation. Hier wurden die weltweit ältesten schriftlichen Aufzeichnungen gefunden.

Von unserem Übernachtungsplatz im Marshland sind es nur 70 Kilometer bis Ur. Die Fahrt zieht sich jedoch. Wieder sind fünf Checkpoints zu passieren. Das dauert.

Das Grabungsgelände von Ur liegt direkt neben einem großen Militärflugplatz, d.h. nochmals drei extra Checkpoints.

Am Tor angekommen bezahlen wir 25.000 IQR (~15 €) Eintritt pro Person. Danach werden wir uns selbst überlassen. Wir fahren also zur Ziggurat. Es gibt einen vorgegebenen Rundweg mit einigen Tafeln zur Erklärung – immerhin.

Ziggurat von Ur

In Anbetracht des verwendeten Baumaterials ist es erstaunlich, dass nach fast 5000 Jahren (so alt sind die Kulturen), überhaupt noch etwas erhalten ist. Sämtliche Bauwerke aus dieser Zeit sind mit Lehmziegeln (gestampften und gebrannten) errichtet worden. In Mesopotamien, dem Zweistromland gibt es nur Lehm und keine Steine. Als Bindemittel wurde Asphalt, der hier aus dem Boden sprudelt verwendet.

Vom Wächter werden wir ermuntert die Ziggurat zu besteigen. Dies ist erstens erlaubt und zweitens leicht möglich, da eine restaurierte Treppe bis nach oben führt.

Der Weg zur Spitze der Ziggurat

Von Ur bis nach Uruk ist es nicht so weit, so dass wir noch am gleichen Tag nach Uruk fahren. Das archäologische Gelände von Uruk liegt ziemlich einsam in der Wüste. Das nächste Dorf ist 2 Kilometer weit weg. Ein idealer Platz um zu übernachten. Wir reden mit den Wächtern und können vor dem Eingang die Nacht verbringen. Es gibt sogar eine Toilette und es ist Nachts sehr ruhig.

Uruk - Eingang und Übernachtungsplatz

Am Morgen führen wir die Besichtigung durch. Eintritt wird hier nicht verlangt. Dafür gibt es – bis auf eine Ausnahme – auch keinerlei Erklärungstafeln. Auch Wege sucht man vergebens. Wir marschieren einfach so durch das Ausgrabungsgelände, allerdings begleitet von einem Wächter.

Uruk - Die einzige Tafel für die Besucher

Vor 20 Jahren zurückgelassen ... die Überreste der letzten Grabungskampagne
Zunächst umrunden wir den „Weissen Tempel“ Hier läuft man wirklich mitten durch die Geschichte. Der Boden ist übersät mit Scherben und Ziegelresten. Wir fühlen uns wie auf einer Forschungsreise.


Asphalt statt Zement als Bindemittel

Gebrannte Ziegel

Gestampfte Ziegel

Zum Abschluss fahren wir zum etwas entfernten Eanna Bezirk Hier sieht es aus, als ob die Archäologen gerade Mittag machen würden. Das Gelände ist mit Schnüren in Planquadrate eingeteilt. Es gibt Haufen mit sortierten Ziegeln und Gefäßböden. Der Anschnitt an der Wand an der gegraben wird, ist unberühert. Hier stecken die Artefakte noch im Schlamm, wie seit Tausenden von Jahren.

Die Ziegel haben fast 5 Jahrtausende überdauert

Artefakte ....wohin man sieht

Ausgegraben und zurückgelassen.

Es ist beeindruckend. Am Mittag machen wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel. Nadschaf, der Ort mit dem Schrein des Iman Ali, eines der wichtigsten Heiligtümer des Islams.


Irak 2 – Chibayish Marshland

Der landschaftliche Höhepunkt im sonst flachen, konturlosen Südirak ist das Marshland bei Chibayish. Die riesige Fläche wird vom Wasser des Euphrats überschwemmt und ist überwiegend mit Schilf bewachsen.

1991, nach dem Aufstand gegen Saddam ließ dieser das Gelände trocken legen und hat die Bevölkerung umgesiedelt. 2003, nach dem Ende der Herrschaft Saddams wurde das Gelände wieder geflutet, der Natur überlassen und ein Teil der ehemaligen Bewohner ist zurückgekehrt.

Wir haben mit Abu Haidar, einer örtlichen Berühmtheit, und Achmed, der sich um ausländische Touristen kümmert, einen Ausflug in das Marshland zum Sonnenuntergang verabredet.

Vorher repariere ich die Markise, die wir uns am Grenzübergang beschädigt hatten. Die Soldaten, die den Parkplatz – auf dem wir stehen – bewachen, helfen voller Begeisterung mit.

Es ist vollbracht - Die Markise funktioniert wieder

Mit Abu Haidars Boot fahren wir zwischen dem Schilffeldern zu einem Dorf der dort lebenden Araber.

Unterwegs im Marshland


Die Bewohner suchen sich Plätze auf den erhöhten Flächen. Dort schlagen sie ihre temporären Behausungen auf. Eine Familie lädt uns in ihr Haus ein. Wir bekommen vom Vater und seinen 9 Kindern die Unterkunft gezeigt. Der ganze Stolz ist die kleine LED-Lampe, die aus einer Autobatterie gespeist wird, die wiederum von einem kleinen Generator geladen wird.

Behausung der Marshland Bewohner

Gaby mit Abu Haidar und Achmed im Wohnzimmer

Abschied von der Familie

Die gesamte Familie lebt vom Verkauf der Büffelmilch. Die Büffel werden morgens gemolken und bewegen sich dann frei durch das Marshland, bevor sie am Abend selbstständig in den Stall zurück kehren.

Büffelherde vor dem Stall

Das einzige Verkehrsmittel im Marshland sind die Motorboote. Mit ihnen werden die Milch nach Chibayish, die Einkäufe nach Hause gebracht und auch gefischt.

Marshlandbewohner beim Fischen

Auf dem Rückweg zum Ogermobil fahren wir in den – sehr malerischen – Sonnenuntergang. An den Überresten der ehemaligen, von Saddam gebauten, Militärstraße legen wir noch einen Fotostopp ein.



Überreste der Militärstraße

Unsere Tour neigt sich dem Ende zu ... 

Kurz nach Einbruch der Dunkelheit sind wir wieder beim Ogermobil. Morgen wollen wir weiter nach Norden, zu den alten Stätten von Ur und Uruk.



Samstag, 5. März 2022

Irak 1 – Ankunft im unbekannten Reiseland

Der Grenzübertritt vom Iran in den Irak hat lockere 6 Stunden gedauert. (Eine ausführliche Beschreibung findet Ihr auf unserer Homepage). Von mittags um 11:30 Uhr bis kurz vor dem Sonnenuntergang.

Eine etwas missliche Situation, denn wir fahren ungerne im Dunkeln, schon gar nicht in einem – für uns – neuen Land und erst recht nicht im „unbekannten“ Irak.

Glücklicherweise ist direkt hinter der Grenze ein LKW-Übernachtungsplatz. Nachdem man uns zunächst partout nicht auf den Platz fahren lassen wollte, ändert sich die Situation schlagartig als ein junger Iraker, der etwas englisch spricht – versteht wer wir sind und was wir wollen, nämlich Touristen, die einen Platz zum Schlafen suchen.

Grenze bei Salamanche - LKW Übernachtungsplatz

Dann taucht der Manager des Platzes auf und uns werden – wortwörtlich – alle Türen geöffnet. Natürlich können wir übernachten, Toilette kein Problem, ob wir denn kein Internet wollen?, das Büro des Managers können wir gerne zum Ausruhen nutzen und im Restaurant sowie im Supermarkt sollen wir kostenlos essen und einkaufen.

Salamanche - Unser erster Abend im Irak 1

Salamanche - Privater Wachposten

Am nächsten Morgen fahren wir nach Basra. Sim-Karte kaufen und Geld wechseln. Alles klappt wie’s Brezel backen, d.h. der Geldautomat spuckt anstandslos Bargeld aus und eine funktionierende Sim-Karte wird uns problemlos verkauft.

Strasse in Basra

Basra - Spielzeugverkauf am Strassenrand

Auf der weiteren Fahrt machen wir Bekanntschaft mit den allgegenwärtigen Checkpoints auf den Landstraßen. Vor jeder größeren Ortschaft, Kreuzung oder Provinzgrenze befindet sich ein Checkpoint, das bedeutet: So alle 10-20 Kilometer dürfen wir anhalten.

Das Prozedur ist jedes mal ähnlich, aber unterschiedlich zeitraubend (zwischen 10 und 30 Minuten)

Wir werden zur Seite gebeten, mit den Pässen und der – an der Grenze ausgestellten – Transportbewilligung muß ich zum Chef des Checkpoints. Dort wird dann Tee, Wasser und – manchmal – Essen angeboten, hektisch telefoniert, die Papiere kopiert oder fotografiert und schlussendlich dürfen wir mit den besten Wünschen und nach ein paar Selfies mit den Soldaten oder Polizisten weiterfahren.


Checkpoint

Alles läuft betont freundlich und respektvoll ab. Trotzdem sind wir froh, als wir am Nachmittag unser Ziel, das „Monument der Märtyrer“ im Sumpfland bei Cibayish erreichen und auf dem dortigen, bewachten Parkplatz übernachten können.

Monument der Märtyrer bei Cibayish


Iran - Drei Jahreszeiten in drei Tagen

Wir sind das zweite Mal im Iran. Auf den ersten Blick hat sich nichts verändert. Die Iraner sind freundlich, der Verkehr chaotisch ( auf unserer Hitliste des schrecklichsten Verkehrs: Rang 3 hinter Indien und Indonesien) und Übernachtungsplätze sind leicht zu finden.

Tabriz - Das übliche Chaos auf den Strassen

Einige Probleme macht uns zunächst die Landeswährung, der Iranische Rial (IRR). Der gewöhnlich zuverlässige Währungsrechner des Bankenverbandes gibt den Kurs mit 48.000 IRR/€ an. Beim Versuch Geld in einem Süßwarengeschäft zu tauschen werden uns 26.000 Tuman/USD geboten. Die naheliegende Frage wer oder was sind Tuman?. Die Aufklärung: 1 Tuman sind 10 IRR, d.h. der Kurs beträgt somit 260.000 IRR/USD oder etwa 300.000 IRR/€.

Wir sind mutig und tauschen 40 USD. Dafür bekommen wir einen 3 cm hohen Stapel Banknoten insgesamt 10.400.000 IRR. Vor lauter Nullen beginnt uns der Kopf zu schwirren.

Frisch mit Bargeld in der ansehnlichen Höhe von 3cm ausgestattet, fahren wir zur nächsten Tankstelle an der LKW’s warten. Hier wird es wohl Diesel geben. Der freundliche Tankwart bestätigt unsere Vermutung und wir tanken voll. 216 Liter passen in die Tanks. Genau 130.000 Tuman verlangt der Tankwart.

Wir rechnen dreimal nach. Wir haben für 5 USD getankt. Der Literpreis beträgt unglaubliche 0,02 €. !!! Da macht das Tanken wirklich Spaß.

Wir versuchen weiterhin so schnell wie möglich nach Süden zu fahren, denn an den winterlichen Temperaturen ändert sich zunächst nichts.

Winter im Iran

Bei Hamedan besuchen wir die Schrifttafeln von Ganjnameh. Die Tafeln sind, ähnlich wie der Stein von Rosetta, eine frühe Übersetzungshilfe. In drei Sprachen (Alt Persisch, Babylonisch und Elamite) ist hier der gleiche Text eingraviert. 

In den Felsen graviert - Inschriften von Ganjnameh


Wir sind früh dran, denn die Nacht war wieder sehr frostig. Dafür haben wir die gesamte Anlage für uns alleine.

Am Morgen in Ganjnameh ...

... wenig später in Hamedan ...

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Hamedan bei dem wir nochmals 50 € umtauschen, fahren wir noch 260 KM bis nach Khorramabad. Hier ist bereits der Frühling ausgebrochen. Angenehme 20°C verleiten uns am Nachmittag zum Auspacken unserer Campingstühle und zum Einpacken der Winterjacken.

... am Abend in Khorramabad

Am nächsten Morgen liegen wieder rund 240 KM bis nach Shush vor uns. Dort wollen wir uns das Grab des Daniels und die Ausgrabungsstätten des antiken Susa, sowie die Ziggurat von Chogha Zanbil ansehen.

Shush 1 - Daniels Grab

Shush 2 - Antikes Susa

Die Besichtigungen sind erstmals wieder richtig schweißtreibend, denn das Thermometer zeigt 30° C. Nach mehr als drei Wochen Reisedauer sind wir im Sommer angekommen. 

Ziggurat von Chogha Zanbil - Im Sommer angekommen


In nur drei Tagen haben wir vom Winter über den Frühling bis zum Sommer drei Jahreszeiten erlebt. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass wir uns eine erste Schorle von unserem mitgebrachten Weißwein gönnen können.

Bis zur Irakischen Grenze bei Basra sind es ab jetzt noch ein paar Tage.

Wir versuchen unser restliches Bargeld auszugeben, kaufen ordentlich Obst, Gemüse und Getränke ein, tanken nochmals voll und lassen das Ogermobil waschen. 

Waschtag 1 - Der Schmutz von fast 4 Wochen wird gründlich entfernt

Waschtag 2 - Abwarten bis der Oger fertig ist

Trotzdem haben wir (umgerechnet) 20 € übrig. In der Woche im Iran konnten wir nur knapp 70 € ausgeben - Iran ist weiterhin ein extrem günstiges Reiseland.

Mit vollen Tanks und gespannter Erwartung fahren wir zur Grenze des Iraks.

Freitag, 25. Februar 2022

Georgien und Türkei

Von Batumi bis in den Iran sind es nur etwa 700 Kilometer. Die relativ kurze Strecke nehmen wir nach zwei Ruhetagen in Batumi in Angriff. Der Aufenthalt in der Stadt hat was. Unser Platz liegt strategisch gut. Alles Sehenswerte liegt in fußläufiger Entfernung und das Wetter spielt auch mit. Ein Tag voller Sonne. Mehr als ein Hauch von Frühling. 

Batumi - Seeseite

Batumi - Zentrum

Batumi - Ausblick vom Übernachtungsplatz

Von Batumi zur türkischen Grenze ist es nur ein Katzensprung. Direkt danach steigt die Straße auf Höhen von etwa 2.000 Meter an. Praktisch über die gesamte Strecke bleiben wir auf diesem Niveau. Das war es dann mit dem hauch von Frühling. Wir sind zurück im tiefsten Winter. Den Höhepunkt, besser gesagt die Tiefsttemperatur erreichen wir am zugefrorenen Cildier Gölü (1950 MüNN.). 

Cildier Gölü - Nachmittagskaffee auf dem Eis

Cildier Gölü - Klar und Kalt

Nachts fällt das Thermometer auf -9°C. Zuviel für die Dichtung am Dieselfilter. Als es hell wird, entdecke ich einen großen Dieselfleck unter dem Auto. Das Problem ist grundsätzlich schnell zu lösen. Ich wechsle den Filter. Das ist jedoch kein reines Vergnügen, auf dem tiefgefrorenen Boden, bei den arktischen Temperaturen.

Etwas mildere Temperaturen und einen tollen Übernachtungsplatz haben wir dann am Salzbergwerk in Tuzluca. Wir übernachten auf dem Parkplatz des Museums (frostfrei). 
Tuzluca - Besucherbergwerk

In Dogubayazit, kurz vor der Iranischen Grenze, machen wir den – leider nötigen – PCR Test für den Iran und besichtigen den Ichak Pascha Palast. Die Eintrittspreise in der Türkei sind, im Gegensatz zu früher, lächerlich niedrig. Umgerechnet 80 Cent kostet der Eintritt in den Ichak Pascha Palast. 
Ichak Pascha Palast

Zum Vergleich: 2004 lag der Preis (lt. unseres alten Reiseführers) bei umgerechnet 3,50 €. Ähnlich verhält es sich mit dem Dieselpreis. 2014 noch etwa 1,70 €/l, heute 1,00 €/l. Die niedrigen Preise haben wir wohl der galoppierenden Inflation in der Türkei zu verdanken. 

Am nächsten Morgen sollen wir das PCR-Testergebnis abrufen können. Also bleiben wir in Dogubayazit und übernachten am Palast (nicht frostfrei).

Ichak Pascha Palast - von unserem Übernachtungsplatz

Das Testergebnis liegt, wie versprochen, am morgen vor und ist „Negativ“. Leider ist wohl etwas im Labor durcheinander gekommen, denn obwohl die Passnummer und die Testnummer auf dem Ergebnis stimmen, sind Name und Geburtsdatum auf dem Zertifikat falsch. Also zurück zur Teststelle und reklamiert. Das Problem ist schnell verstanden, leider aber nicht schnell gelöst. Es wird hektisch telefoniert. Nach fast zwei Stunden zeichnet sich die Lösung ab. 

Es wird ein neuer Test gemacht – offiziell -, in Tat und Wahrheit wird nur ein neuer Datensatz angelegt und … Simsalabim… wir haben ein neues Zertifikat. Diesmal stimmt alles und wir fahren zur Grenze.

Dort wartet die nächste Geduldsprobe auf uns, denn wir kommen gegen Mittag dort an und es ist Freitag, also Gebetszeit. Erst einmal geht gar nichts. Es dauert wiederum fast zwei Stunden bis der zuständige Beamte auf iranischer Seite seine Pause beendet und unsere Dokumente geprüft hat. Dann geht alles ziemlich schnell. Nach weiteren 30 Minuten sind wir im Iran.