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Montag, 7. Dezember 2015

07.12.2015 – Countdown ...0...Abfahrt

Die Grande Nigeria ist tatsächlich in Hamburg angekommen. Wir telefonieren wieder mit dem Hafenagenten. „Seit im Laufe des Sonntags am Hafen“ lautet seine Ansage. Also sind wir am Sonntag in Hamburg angekommen. Nur aus das Schiff können wir nicht. „Kommt am Montag um 10:00 Uhr wieder vorbei“ bekommen wir zu hören. Also suchen wir uns einen Platz zum Übernachten. Von früheren Besuchen kennen wir einen Parkplatz an der Elbe mit schönem Blick auf den Fluss und einem Anleger für die Hafenfähren in der Nähe. 
Hamburg: Übernachtungsplatz mit Traumblick
Wenn wir schon in Hamburg sind, gehen wir Fisch essen und bummeln etwas durch die Hafencity. 

Am Montag fahren wir um 11:00 Uhr zum Hafentor am O'swaldskai. Diesmal werden wir umgehend eingelassen und zum Schiff begleitet.

Die GRANDE NIGERIA wartet schon auf uns ...
Wir räumen das Fahrerhaus des Ogermobils komplett aus. Alles was nicht niet-und nagelfest ist lagern wir in der Wohnkabine in der Hoffnung, dass diesmal nichts gestohlen wird.

Dann packen wir noch das Nötigste für die nächsten vier Wochen ein und sind dreißig Minuten später auf dem Schiff. 
Das ist nur die Hälfte vom "Nötigsten"
Der Steward bringt uns zur Kabine. Zwar nicht ganz so großzügig wie bei unserer letzten Fahrt, aber doch ganz in Ordnung.

Einer muss jetzt einräumen ...
Wiederum eine halbe Stunde später gibt es Mittagessen und wir lernen unsere Mitreisenden kennen. Es sind ein Ehepaar aus der Schweiz, eines aus dem Raum Stuttgart und eine Familie mit einem Wohnmobil aus Chemnitz. Insgesamt sind wir also 9 Passagiere. Der Kapitän verkündet frohgelaunt, dass das Schiff um 18:00 Uhr ablegen soll. 

Amerika wir kommen ….

Freitag, 4. Dezember 2015

04.12.2015 - Countdown...3...2...1...

Neuigkeiten von der Reederei. Die Abfahrt der Grande Nigeria (unser Schiff nach Montevideo) verzögert sich. Voraussichtliches Abfahrtsdatum ist jetzt der nächste Montag (7.12.). Aber sicher ist noch gar nichts.

Also warten wir weiter ab.

Mittwoch, 2. Dezember 2015

01.12.2015 - Countdown...6...5...4...

Wir sind wieder unterwegs. Zunächst zwar nur auf dem Weg von Straubenhardt nach Hamburg, aber immerhin ...

In Berlin legen wir noch einen längeren Zwischenstopp ein. Eine Woche verbringen wir bei meinen Eltern und meinem Bruder.
Dankenswerterweise haben die Weihnachtsmärkte schon geöffnet, so dass wir uns die Gelegenheit zum Besuch von einigen der unzähligen Märkte in Berlin nicht entgehen lassen. 
Vorfreude pur ... gleich gibt's Glühwein
Nebenher gönnen wir uns noch etwas Kultur und besichtigen die festlich geschmückte Stadt. 
Ku'damm am Europacenter

Weihnachtsstimmung am Brandenburger Tor

Nach Voranmeldung im Internet ist der Besuch des Bundestages möglich und zudem kostenfrei. Wir bekommen  einen Vortrag über den Bundestag und besichtigen wir die Kuppel des Bundestages.


... in der Kuppel
Anscheinend sind die Scheiben kürzlich geputzt worden, denn der Durchblick ist ungetrübt. Zudem haben wir Glück mit dem Wetter. Es ist kalt und die Luft klar. Der Blick von der Kuppel des Bundestages über die Stadt ist gigantisch.

Bahnhof Friedrichstraße, Dom und Fernsehturm von der Kuppel des Bundestages

Ein Anruf beim Hafenagenten von Grimaldi in Hamburg, lässt unsere - ohnehin gute - Laune weiter steigen, denn die Wahrscheinlichkeit ,dass wir am 5. Dezember tatsächlich in See stechen, steigt. Unser Schiff, die GRANDE NIGERIA, wird weiterhin am 4. Dezember in Hamburg erwartet und wir sollen uns am selben Tag zur Einschiffung einfinden.

Samstag, 21. November 2015

21.11.2015 - Countdown...9...8...7...

Seit drei Monaten sind wir nun zu Hause, sitzen entspannt im Garten und verarbeiten die vielfältigen Eindrücke der dritten Etappe bei einem guten Glas Badischen Wein. Das war der Plan, gekommen ist es aber ganz anders ….

Vom ersten Tag in Deutschland hat uns die Vorbereitung auf die vierte Etappe in Atem gehalten. Der Countdown begann im August. Zunächst erreicht uns die Nachricht, dass die Agentur bei der wir die Überfahrt von Hamburg nach Montevideo gebucht haben, in Insolvenz ist. Nicht nur dass die Anzahlung auf die Passage verloren sein soll, nein auch die Buchung sei storniert. So sind wir zunächst damit beschäftigt dieses Problem zu lösen. Nach unzähligen Telefonaten und e-Mails mit der Reederei in Italien haben wir nach drei Wochen endlich Erfolg. Die Buchung ist reaktiviert und unsere Anzahlung wird größtenteils auf den Passagepreis angerechnet. Aufatmen ist angesagt.

Dann der nächste Schock. Eigentlich sollte das Ogermobil nach Österreich zur Generaldurchsicht. Kurzfristig bekommen wir von Erich mitgeteilt, dass er keine Zeit hat, da Bremach die Produktion eingestellt hat und er jetzt persönlich Autos in Italien zusammenbaut. Die gute Nachricht ist, dass die Ersatzteilversorgung trotz der Pleite von Bremach wohl für die nächsten Jahre gesichert ist. Die schlechte Nachricht ist, dass wir die fälligen Reparaturen in Deutschland ausführen lassen müssen.
Die Liste der Reparaturen ist lang und auch kostspielig. Unser Verteilergetriebe hat sich auf den letzten Metern endgültig verabschiedet. Zudem stellt sich heraus, dass die Kardanwellen teilweise zu viel Spiel haben, die Bremsbeläge und Stoßdämpfer werden erneuert. Die Aufhängung des Wassertanks repariert und noch 45 weitere Kleinigkeiten.

Retter in der Not ist unsere örtliche Iveco Werkstatt (Knebel Nutzfahrzeuge). Wir können das Ogermobil auf dem Hof abstellen, selbst daran schrauben und die Infrastruktur sowie das Know-How der Werkstatt nutzen. Da das Wetter auch noch mitspielt, können wir alle Punkte unserer Liste abarbeiten.

Gaby hat nach unseren vielfältigen Reifenproblemen auf den ersten Etappen darauf bestanden, dass wir ein zweites Reserverad mitnehmen. Also muss ich auch noch den Heckträger  umbauen. Wieder hilft das örtliche Handwerk. Metallbau "König und Wassner" stellt seine Werkstatt zur Verfügung und nach zwei Samstagen ist der Gepäckträger umgebaut.
Umbau erfolgreich ... jetzt haben wir zwei Reserveräder an Bord

Letztlich haben wir die Wartungs- und Reparaturarbeiten doch noch pünktlich abgeschlossen. Unsere persönlichen Sachen, das Werkzeug, Ersatzteile, Lesestoff und der unvermeidliche Papierkram sind eingeräumt.


Nebenher haben wir noch unsere Steuererklärung erstellt und fällige Reparaturen am Haus erledigt. Für drei Monate ein ganz ordentliches Pensum... Es wird jetzt wirklich Zeit das wir wieder fahren. Wenn jetzt nichts mehr dazwischen kommt, werden wir am 5.Dezember von Hamburg ablegen....

Sonntag, 23. August 2015

Wieder daheim

Im Zick-Zack-Kurs bewegen wir uns auf der Grande Meditarreneo über das Mittelmeer.

Zunächst geht es nach Norden, nach Limassol. Dort wird nur wenig Fracht ausgeladen, so dass nach wenigen Stunden die Reise wieder nach Süden geht. 
Die Grande Mediterraneo in Limassol
Nächster Stop: Alexandria. Im Hafen tobt das Chaos. Dadurch zieht sich das Entladen scheinbar endlos hin.
Hafen von Alexandria
Kurz nach Mitternacht legt die Grande Mediterraneo wieder ab. Das Wichtigste an Bord sind jetzt die Essenszeiten: 

7:30 Uhr Frühstück 
11:00 Uhr Mittagessen 
18:00 Abendessen 

Die müssen penibel eingehalten werden. Für uns kein Problem.Der Koch ist Sizilianer und versteht sein Handwerk. Zum Essen gibt es Wein, und danach frischen Espresso.  Da lassen wir uns nicht zweimal bitten und es bleiben kaum noch Wünsche offen. 

Offiziersmesse - Drei mal täglich italienische Hausmannskost
Nach zwei vollen Tagen auf See erreichen wir am Sonntagmorgen Salerno.

Wir sind gleich wieder in Europa ...

Je näher wir der Küste kommen, desto schlechter ist das Wetter. Im Hafen von Salerno regnet es wie aus Kübeln. Noch vielen Monaten mit gutem Wetter ist der Regen auch mal wieder eine Abwechslung.
Regenwolken - Hafen von Salerno

Zunächst haben wir noch eine kleine Schrecksekunde zu überstehen. Das Fahrerhaus im Ogermobil ist offen. Es wurde offensichtlich eingebrochen. Zum Glück können wir keine Schäden am Auto feststellen. Das Einzige was gestohlen wurde, ist der USB-Stick mit unserer Musik. Nicht weiter schlimm, denn es gibt ja Sicherheitskopien....

Bis zu uns nach Hause sind es noch gut 1.400 Kilometer, oder zwei Tage Fahrzeit. So kurz vor dem Ziel der 3. Etappe wollen wir jetzt eigentlich nur noch schnell nach Hause.

Die letzte Nacht unterwegs - Autobahnraststätte Chiasso
Unser Wunsch geht in Erfüllung. Montag Nachmittag sind wir zu Hause. Nach genau 9 Monaten sind wir am Ziel der 3. Etappe. 

Wir wollen jetzt drei Monate in Deutschland bleiben, bevor wir zur 4. Etappe aufbrechen. Unser nächstens Ziel ist Südamerika und los geht es im November .... 

Dienstag, 11. August 2015

Israel - Auf dem Schiff

Am 9. August soll unser Schiff („Grande Mediterraneo“) nach Savona in Ashdod ablegen. Wir fahren, so schnell wir können vom Roten Meer nach Ashdod. Am „Banana Beach“, rund 7 Kilometer südlich von Ashdod schlagen wir unser Quartier auf.

Banana Beach bei Ashdod
Das Wetter ist, so wie wir gehofft haben, richtig kühl. Statt 45°, beträgt die Höchsttemperatur nur noch 35°. Nachts kühlt es bis auf 23° ab. Himmlisch !!!

Ogermobil am Banana Beach

Bei diesen Temperaturen ist es auch nicht weiter schlimm, dass das Schiff etwas Verspätung hat. Statt am 9.August, soll es nun am 10. August fahren und statt nach Savona (bei Genua) fährt es nur bis Salerno (bei Neapel). 

Grande Mediterraneo - Unsere Unterkunft für die nächsten Tage
Tatsächlich ist die „Grande Mediterraneo“ am 10. August um 9.00 Uhr im Hafen. Wir fahren zum Hafen (unsere Reifen haben gehalten !!!) und erledigen die Ausreiseformalitäten (siehe Homepage: Ausreise Israel).

Gegen 15.00 Uhr sind wir auf dem Schiff. Dort erfahren wir, das sich die Abfahrt weiter verzögert. Erst am nächsten Tag gegen Abend wird wohl abgelegt werden. Es gibt aber noch weitere Änderungen. Entgegen des Fahrplans wird nicht direkt nach Salerno gefahren. Wir werden noch Zwischenstopps in Limassol und Alexandria einlegen.

Uns stören die Fahrplanänderungen eigentlich nicht weiter, zumal wir, als Entschädigung, die Eignersuite bekommen haben. Eine richtig große Kabine mit Wohnbereich, Schlafbereich, Bad mit Badewanne und Klimaanlage.
Geräumig - Eignersuite
Da kann man es aushalten und es ist ziemlich egal ob wir am 15. oder 16. in Italien ankommen werden. 

Jordanien – Teurer Umweg

Die Tage in Nuweiba waren schön, aber heiß. Deshalb wollen wir jetzt so schnell wie möglich zum Mittelmeer. Dort ist es sicher deutlich kühler als am Roten Meer.

Von Nuweiba bis Eilat (Israel) sind es nur 80 Kilometer und von dort noch einmal knapp 300 Kilometer bis Ashdod. Das schaffen wir, da sind wir uns sicher, in zwei Tagen. Früh morgens machen wir uns auf den Weg nach Eilat. Nach 60 Kilometern erreichen wir Taba. Den Grenzort zwischen Ägypten und Israel.

Die Israelis erwischen uns dann voll auf dem falschen Fuß. Mit dem Ogermobil könnten wir hier nicht über die Grenze. Die Begründungen wechseln im Laufe der Diskussion. Erst behaupten sie, dass das Ogermobil kein privates Fahrzeug sei. Später ist es zu hoch. An dieser Grenze würden nur Fahrzeuge bis 2,50 Meter Höhe abgefertigt werden. 

Das Ende der Diskussion ist, dass wir zurück nach Nuweiba fahren sollen, dort die Fähre nach Aqaba (Jordanien) nehmen, und dann den Grenzübergang von Aqaba nach Eilat benutzen sollen. Also fahren wir die 60 Kilometer zurück nach Nuweiba. 
Nuweiba - Hafenkreuzung
Die Fähre fährt täglich um 13.00 Uhr. Wir erreichen das Schiff gerade noch. Der kurze, knapp 3 Stunden lange, Hüpfer nach Aqaba kostet stolze 385 USD. Das Schiff ist eine ausrangierte, nicht sehr saubere, griechische Fähre. Letztlich erreichen wir am Nachmittag Aqaba. 
Die Einreise nach Jordanien kostet uns dann noch zusätzlich 120 JOD (etwa 150 €), obwohl das Visum gratis ist (siehe: Homepage Jordanien-Einreise).

Öffentlicher Strand in Aqaba

Wir übernachten in Aqaba am Strand. Die Übernachtung kostet nichts, immerhin. Am nächsten Morgen fahren wir zum Grenzübergang zwischen Aqaba und Eilat.

Dort sollen wir dann 45 JOD Ausreisesteuer zahlen. Weiter 55 € für unseren kurzen Aufenthalt. Jetzt platzt uns endgültig der Kragen. Wir weigern uns kurzerhand noch irgendetwas zu bezahlen. Der oberste Offizier am Grenzübergang hat dann auch Verständnis für unsere Frustration und verzichtet auf die Ausreisesteuer. Das hebt unser Stimmungsniveau wieder etwas an.

Die Einreise nach Israel ist dann Erholung pur. Freundlich, schnell, gut organisiert und vor allem kostenlos (siehe: Homepage Israel-Einreise).

Mit einem Tag Verzögerung und um 500 € erleichtert, erreichen wir Eilat. Ein wirklich teurer Umweg.