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Donnerstag, 27. November 2014

Die "Erste Woche"

Es geht wieder los (18.11.2014)


Pünktlich um 6:30 Uhr werden wir von Jürgen und Jannik abgeholt und zum Bahnhof nach Karlsruhe gebracht. Auf dem Bahnsteig stellen wir mit Entsetzen fest, dass wir den Schlüssel für das Ogermobil vergessen haben. Na super, wir reisen mit dem Auto und vergessen den Autoschlüssel.....das fängt ja richtig gut an.

Zurückfahren geht nicht, also bitten wir Bea den Schlüssel zu holen und per Kurier nach Abu Dhabi zu schicken.

Derweil kämpfen wir mit dem Gepäck. Der Zug ist ziemlich voll und Platz Mangelware. Gaby wird vom Schaffner angeschnauzt, dass sie nicht soviel Gepäck mitnehmen soll, schließlich „...ist die Bahn doch kein Transportunternehmen....“. Worauf ich nur noch den Kopf schütteln kann.

Nach einer Stunde, umsteigen in Mannheim und Busfahrt am Flughafen erreichen wir den Check-In für unseren Flug. Dort wartet bereits Serena mit zwei weiteren Reisetaschen auf uns.

Jetzt haben wir insgesamt 8 Gepäckstücke mit zusammen 120 Kilo Gewicht. Nach kurzer Diskussion mit dem Flughafenpersonal und kreativer Definition des Begriff „Laptoptasche“  können wir alles ohne Aufpreis mitnehmen. Jetzt beginnt der angenehmere Teil des Tages. In der Lounge frühstücken wir ausgiebig bis zum Abflug. Kurz nach 20:00 Uhr kommen wir und unser Gepäck wohlbehalten in Abu Dhabi an.


Abu Dhabi (18.11.2014 - 24.11.2014)

Was gibt es schöneres, als zum Auftakt der Reise ein paar Tage in Abu Dhabi zu verbringen.

Abu Dhabi am Abend
Wir können bei Franziska und Yassin übernachten. Wir treffen alte Freunde und unternehmen eine tolle Fahrt mit einer Dhow.


Zum Abschluß besuchen wir das Formel 1 Rennen.

Einmal auf der Poleposition
Die Formel 1 ist etwas enttäuschend für uns, da die Motoren der Autos so leise geworden sind. Ohrenschützer sind überflüssig. Der Sound der Motoren erinnert doch mehr an einen Rasenmäher als an ein Rennauto. Man kann sich sogar während des Rennens unterhalten.

Nico Rosberg schleicht vorbei

Das ist nicht unser Boot

In den Rahmenrennen muß öfter aufgräumt werden

Zum Abschluß des Renntages gibt es noch etwas Besonderes. Ein Konzert von „The Who“ zum fünfzigsten Bühnenjubiläum. Irgendwie haben wir befürchtet, das wir Rockopas mit Gehhilfen auf der Bühne zu sehen bekommen. Weit gefehlt, die Jungs sind topfit und zeigen über fast zwei Stunden eine tolle Show.




Am Tag nach dem Rennen geht es wieder zum Flugplatz. Doch zuvor können wir – Bea sei Dank - unseren Autoschlüssel in Empfang nehmen. Zu unserem Gepäck ist noch etwas hinzu gekommen. Im Carrefour haben wir zwei Campingstühle gekauft. Jetzt haben wir 10 Gepäckstücke, die wir jedoch ohne größere Diskussion mit nach Kuala Lumpur nehmen können..



Wieder beim Ogermobil (25.11.2014)


Der Flug vergeht wie im Flug. Das Flugzeug ist nahezu leer. Eigentlich hat jeder Passagier seine persönliche Stewardess und unendlich viel Platz. Wir schlafen gut. Ruckzuck setzt der Flieger zur Landung in Kuala Lumpur an.

So langsam kommt die Stunde der Wahrheit. Ist mit dem Ogermobil alles OK? Wie hat das Auto die 3 Monate Standzeit bei tropischen Bedingungen überstanden? Zunächst jedoch, nehmen wir unser Gepäck vollzählig und unbeschädigt entgegen. Auch der Zoll ist an unseren vielen Gepäckstücken nicht interessiert. Mit etwas Mühe können wir alles im Taxi verstauen und lassen uns nun zum Ogermobil fahren.

Eine halbe Stunde später stehen wir vor unserem Auto. Äußerlich ist alles unverändert. Langsam weicht die Anspannung einer gewissen Erleichterung.

Ich kann es kaum abwarten ....

Es ist ein bisschen wie Bescherung an Weihnachten. Zuerst kommt das Auspacken und dann das Ausprobieren. Also weg mit der Abdeckplane und die hintere Tür aufgeschlossen.

Die Vorhängeschlösser und Scharniere gehen etwas schwer, aber ansonsten einwandfrei. Im Auto ist wider Erwarten alles in bester Ordnung. Weder der befürchtete Insektenschwarm noch Modergeruch empfängt uns. Wir sind begeistert.  
Noch bevor wir unsere Taschen einräumen, kommt der Funktionstest. Ich schließe die Batterien wieder an, und versuche den Motor zu starten. Er springt sofort an. Jetzt kennt unsere Freude keine Grenzen mehr.

Wir bedanken uns bei den Hütern unseres Autos, verteilen unsere Mitbringsel, verabschieden uns und fahren direkt zum Strand. In den nächsten Tagen werden wir das Ogermobil und uns für die weitere Fahrt vorbereiten.

Port Dickson - Strand
Dafür das alles so super geklappt hat und für den schönen Aufenthalt in Abu Dhabi danken wir Jürgen, Jannik, Bea, Karin, Uwe, Franziska, Yassin, Mai, Mare, Jeremy, Gill, ….........  

Sonntag, 16. November 2014

16.11.2014 - Auf dem Sprung

Wir sind auf dem Sprung.  Der Beginn der 3. Etappe steht unmittelbar bevor. In 2 Tagen geht es wieder los.

Es soll ein chinesisches Sprichwort geben "Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt". In Zeiten von Piloten- und Lokführerstreiks ist der Erste Schritt wahrscheinlich der schwierigste der gesamten Reise.

Deshalb sind wir richtig froh, wenn wir am Dienstag glücklich im Flugzeug sitzen.

Zunächst fliegen wir nach Abu Dhabi, bleiben dort eine Woche, besuchen Freunde und Bekannte, gehen zum Formel 1 Saisonfinale und gewöhnen uns langsam wieder an wärmeres Wetter, bevor es weiter zum Ogermobil nach Kuala Lumpur geht.

In den letzten Tagen ist die letzte der wichtigen offenen Fragen vor unserem Abflug geklärt worden. Wir haben den Transport des Ogermobils von Malaysia nach Durban gebucht. Wenn alles klappt, wird das Ogermobil am 20. Dezember in Malaysia verladen und am 4. Januar nächsten Jahres in Durban ankommen.

Unsere Ausrüstung ist in Kisten, Taschen und Rucksäcken verstaut. In der Summe haben wir 90 Kilogramm Gepäck zum Flughafen zu schleppen. Dank der Hilfe von Serena werden wir das schon hinbekommen .....






Donnerstag, 7. August 2014

27.7.2014 - Sommerpause

Sommerpause – Wir sind zurück in Deutschland und das Ogermobil steht gut eingepackt in Kuala Lumpur.

Einpacken des Ogermobils ... eine schweißtreibende Angelegenheit
Fast fertig ... gut geschützt vor Sonne und Regen wartet das Ogermobil auf uns
Der Rückflug war – wie der Beginn – etwas holprig. Schließlich sind wir nach mehr als 30 Stunden Reisezeit wieder zu Hause angekommen. Die nächsten Monate haben wir viel Zeit die nächste Etappe unserer Weltreise vorbereiten. 

Am 18. November geht es dann wieder los. Über Abu Dhabi fliegen wir zum Ogermobil und nehmen die dritte Etappe in Angriff. Diese Etappe wird uns von Südostasien nach Südafrika führen. Anschließend wollen wir Afrika von Süd nach Nord auf der Ostseite durchqueren.

Unser Blog hat ebenfalls Sommerpause. Wir melden uns im November mit weiteren Infos zur dritten Etappe wieder.

Bis dahin

Gaby und Dirk

Samstag, 26. Juli 2014

Malaysia 4 - Wartungsarbeiten in Kuala Lumpur

Es sind nur noch wenige Tage bis wir zur Sommerpause nach Deutschland zurückfliegen. Wir sind zurück in Kuala Lumpur (KL) Besser gesagt im Großraum KL, denn KL und die Nachbarstädte verschmelzen zu einer einzigen großen Stadt.

Kuala Lumpur - Merdeka Square
Für die letzten Tage haben wir ein volles Program. Das Ogermobil bekommt seine wohlverdiente Pflege. Wir wechseln alle Öle (Motor, 2x Getriebe, 2x Achsen), versorgen alle Schmiernippel mit frischem Fett und reinigen das Auto nochmals gründlich.

Als Problem erweist es sich, das Auto von unten waschen und konservieren zu lassen. Wir finden einfach keine Werkstatt. In unserer Verzweiflung fahren wir zu einer Mercedesvertretung. Das Ambiente ist nobel und die Mitarbeiter freundlich. Wir sollen doch erst einmal Platz nehmen und einen Kaffee trinken während sich um unser Anliegen gekümmert wird. 10 Minuten später teilt uns die Empfangsdame mit, dass man die Arbeiten nicht ausführen könne, aber die Zweigstelle am anderen Ende der Stadt kann das. Sie hat schon mit dem Meister dort telefoniert und man wartet auf uns. Naja der Kaffee war gut und wir haben Zeit, also fahren wir 25 Kilometer quer durch die Stadt ans andere Ende. 40 Minuten später sind wir dann angekommen. Der Empfang ist ebenfalls freundlich. Wir sollen doch ersteinmal frühstücken während die Daten des Ogermobils aufgenommen werden. Nach dem zweiten Kaffee kommt dann der Meister und erklärt uns, dass es ihm furchtbar leid tut, aber er könne die Arbeiten nicht ausführen, da er keine Einrichtungen dazu hat. Da sind wir doch etwas überrascht. Aber er hat auch eine gute Nachricht. Er hat eine Firma an der Hand die alles erledigen kann, und es sind nur 20 Kilometer zu fahren. Nicht mehr ganz so gut gelaunt machen wir uns abermals auf den Weg. Durch den Freitagmittagverkehr rollend erreichen wir diese Firma schließlich nach einer Stunde. Nach einer weiteren halben Stunde Wartezeit (der Chef ist gerade nicht da) können wir das Ogermobil endlich auf die Rampe fahren. Der Chef schaut sich den Fall an und eröffnet uns freudestrahlend das er den Unterboden natürlich reinigen und konservieren kann. Für 400 € würde er alles machen. Wir sind zunächst sprachlos und lehnen dann dankend ab. Wir erklären ihm dass wir höchstens 50 € bezahlen würden. Nach weiteren Verhandlungen einigen wir uns dann auf 90 €. Da die ganze Prozedur etwa 3 Stunden dauern soll, lassen wir uns noch zu einem Supermarkt fahren. Später holt uns der Chef dann noch dort ab und lädt uns zum Tee ein. Nach insgesamt 8 Stunden und fast 80 Kilometern Irrfahrt haben wir es geschafft. Der Unterboden des Ogermobils ist gewaschen und konserviert.

Zudem entwickeln wir uns zu einem der besten Kunden in der örtlichen Reinigung. Mehrere Kilogramm schmutziger Wäsche, Bett- und Handücher sowie Polsterbezüge wollen gewaschen werden.

Die verbleibende Zeit verbringen wir mit der Besichtigung von Kuala Lumpur. KL ist eine Stadt mit permanenten Verkehrsinfarkt, einer Dunstglocke über allem und Temperaturen von etwa 35° bei sicherlich mehr 70% Luftfeuchtigkeit.

Kuala Lumpur - Alter Hauptbahnhof
Zudem ist die Stadt alles andere als fußgängerfreundlich. Sie wird durchzogen von vier- bis sechsspurigen Schnellstraßen mit unendlich vielen Auf-,Ab- und Überfahrten. Die Fußwege enden manchmal abrupt im Nichts. Es geht über Überführungen oder durch Tunnel, kurz es ist extrem unübersichtlich. 
Kuala Lumpur - Jamek Moschee
Alles in allem ist die Besichtigung sehr anstrengend und wir freuen uns jedesmal wenn wir mit der LRT (U-Bahn) fahren können, denn die LRT ist klimatisiert.

Kuala Lumpur - Chinatown
Auf der anderen Seite lohnt die Besichtigung, denn die Stadt ist ein Gemisch aus malaiischer, chinesischer und indischer Kultur, sowie Baustilen von der Kolonialzeit bis zum Ende des 20. Jahrhunderts.

Petronas Tower

Die Petronas Tower und der zugehörige Park haben wohl als Vorlage für den Burj Kalifa in Dubai gedient, denn als wir die Anlage sehen fühlen wir uns gleich wie in Dubai so ähnlich sieht alles aus
Nicht Dubai, sondern Kuala Lumpur
Aufgrund unserer Putzaktion können wir nicht im Ogermobil schlafen, sondern in einem „Budgethotel“. 
Smart Hotel
Wir haben ein übersichtlich eingerichtetes Zimmer von etwa zehn Quadatmeter Größe (inkl. WC) mit einem kuschligen Doppelbett. Dafür ist es ziemlich billig (18 €/Nacht), es gibt W-LAN, Klimaanlage und einen Parkplatz für das Ogermobil. Für drei Nächte geht es, ... und wir sind ja bald zu Hause

Sonntag, 20. Juli 2014

Malaysia 3 - Nächte wie Diese ...

Es gibt nicht nur Tage die im Gedächtnis bleiben, sondern auch Nächte die wir nie vergessen werden...

Wir sind jetzt schon mehr als 400 Tage – und Nächte – unterwegs. Wir haben tolle Übernachtungsplätze in den Bergen, im Dschungel, am Meer und, und, und … gehabt. Manchmal waren die Plätze nicht so schön, da zu laut (Parkplatz an der Straße), zu hell ( Raststätten in Indien), es hat gestunken oder es waren zu viele Leute da. Einmal haben wir den Platz am Abend noch gewechselt, weil er uns nicht mehr sicher erschien. Aber alles zusammen, das gab es noch nie... bis jetzt.

Doch zunächst die gute Nachricht. Wir haben Kuala Lumpur erreicht und konnten den Platz in Augenschein nehmen wo wir das Ogermobil während unserer – planmäßigen - Sommerpause abstellen werden. Der Platz hat einen sehr guten Eindruck auf uns gemacht, liegt in einem ruhigen Wohngebiet nur 25 Kilometer vom Flughafen entfernt.

Da wir bis zu unserem Flug nach Deutschland noch etwas Zeit haben, wollen wir noch ein paar Tage am Meer bei Port Dickson verbringen. Wir kommen etwas spät in Kuala Lumpur los, es wird Dunkel bevor wir Port Dickson erreichen und so beginnt die denkwürdigste Nacht unserer bisherigen Reise.

Es ist bereits Dunkel und wir haben noch keinen Übernachtungsplatz. Immer eine blöde Situation, da es doch ziemlich schwierig ist im Dunkeln gute Plätze neben der Straße überhaupt zu sehen. So sind wir froh als wir einen großen Parkplatz am Meer entdecken. Glück gehabt denken wir … und liegen voll daneben.

Zunächst ist alles normal. Es gibt etwas Verkehrslärm, der wird schon nachlassen. Der Parkplatz ist hell beleuchtet, aber wir finden einen dunkleren Bereich und es weht eine kleine Brise. Die Temperaturen sind zum aushalten.

Es sieht alles so gut aus ...

Gegen Mitternacht läßt der Verkehrslärm tatsächlich nach, dafür tauchen jetzt Horden von jugendlichen Motorradfahrern auf. Die meisten Maschinen sind getunt und machen Lärm wie Formel 1 Rennwagen. Auf unserem Parkplatz wird sich getroffen, geschwatzt und der Motor richtig auf Touren gebracht. Eine andere Gruppe von Kindern findet sich ein um eine ordentliche Anzahl von Knallern zu zünden.

In der Zwischenzeit ist es 1:00 Uhr und an Schlaf nicht zu denken. Das Treiben der Motorradfahrer geht munter weiter. Ab und zu taucht die Polizei auf, dann verschwinden alle blitzartig um 10 Minuten später mit gleicher Lautstärke wieder anzutanzen. 

Es ist jetzt 4:00 Uhr und wir haben trotz des infernalischen Lärms tatsächlich schon fast 2 Stunden geschlafen, als wir von lauten „Geschwätz“ geweckt werden. Direkt neben dem Ogermobil haben sich ein paar Männer niedergelassen, die nach dem zehnten Bier so richtig in Stimmung sind. Dann wird noch die Stereoanlage im Auto voll aufgedreht und wir fühlen uns wie in einer Disko – direkt neben den Boxen. Anscheinend ist die Batterie des Autos aber schwach, denn nach kurzer Zeit wird der Motor angeworfen. Jetzt ziehen Abgaswolken durchs Ogermobil. 

Um 5:00 Uhr ist unsere Leidensfähigkeit erschöpft und wir kapitulieren. Wir packen zusammen, verlassen diesen ungastlichen Ort und fahren ein paar Kilometer zurück auf einen Supermarktplatz.

Am Supermarkt
Dort stinkt es zwar etwas nach Kloacke, dafür gibt es dann später frisches Brot. Man wird ja bescheiden und dankbar, denn am nächsten Morgen – bei Tageslicht – finden wir tatsächlich noch einen ruhigen Platz am Strand und holen den verpaßten Schlaf ausgiebig nach.

Der Platz ist OK



Mittwoch, 16. Juli 2014

Malaysia 2 - Abenteuer Tauchen II (von Gaby)

Unsere ersten Tauchschritte sind gerade 2 Wochen her. Da es in Malaysia vor Pulau (Insel) Perhentian auch phantastische, tropische Korallenriffe zu erforschen gibt, nutzen wir die Gelegenheit um unser Anfängerwissen ein wenig zu vertiefen.

Wir fahren mit dem Speed-Boot auf die Insel und beziehen ein kleines Häuschen.

Mamas Chalets ... Sauber und eine gute Matratze

In den nächsten 3 Tagen wollen wir jeweils 2 Tauchgänge bei der Tauchschule Turtle Bay Divers machen.

Tag 1 

Dirk hat Halsweh und leichten Schnupfen. Trotzdem will er tauchen. Mit meinem kaputten Zehnagel habe ich keine Probleme, erst ziehe ich Tauchschuhe an und stülpe dann die Flossen darüber.

Inselparadies
Beim Hinuntertauchen bekomme ich Probleme mit meiner Maske und kann sie nicht freiblasen. Ich tauche noch mal auf und setze sie richtig auf. Mit den vielen Haaren muss ich nächstens besser aufpassen. Dier Tauchgang ist interessant, wir sehen sogar eine Suppenschildkröte. Zudem müssen wir mehrmals unter Felsen durchtauchen.
Nachdem wir unser Logbuch ausgefüllt haben fühle ich mich ganz schön platt. Zwei Tauchgänge an einem Tag sind wirklich genug.

Tag 2 

Dirks Erkältung ist schlechter geworden. Er kann aber laut Tauchschule tauchen, wenn er den Druckausgleich hinbekommt. Heute haben wir unserem ersten Tauchgang in dem interessantesten Gebiet Pinnacle und sind wieder mit unserem Divemaster von gestern unterwegs. Bei Dirk klappt alles und ich kann mit einem Stück Blei mehr, auch besser am Boden bleiben. Das Tauchgebiet ist ziemlich beliebt, d.h. es sind auch viele andere Taucher mit unten. Man muss aufpassen, dass man seine Gruppe nicht verliert. Wir sehen schlafende Haie, eine Moräne und wieder eine Schildkröte.

Hier ist noch alles in bester Ordnung, aber nicht mehr lange ...

Nach der Mittagspause beginnt das Elend. Als wir wieder zum Boot laufen, fällt Dirks Flasche fast runter. Seine Schnalle hat sich irgendwie geöffnet. Ich will ihm helfen, stolpere und falle hin, liege bäuchlings im flachen Wasser, habe mir das Knie aufgeschlagen und komme von alleine nicht mehr hoch.
Der Tauchgang führt uns zu drei versenkten Polizeibooten in 19 Metern Tiefe. Beim ins Wasser gehen ist Dirk leicht schwindelig. Wiedereinmal muss ich aufpassen, dass ich unten bleibe. Dirk hat auch Schwierigkeiten, er hat den Bleigürtel tiefer sitzen als sonst und kippt dadurch leicht nach hinten. Wir sind 55 Minuten unten und Dirks Luft wird langsam knapp. Er hat es dem Divemaster schon angezeigt, aber der hat die Ruhe weg. Dirk wird es langsam mulmig und er versucht schon langsam nach oben zu kommen. Wir anderen gehen langsam hoch und ich halte mich am Seil fest, damit ich wirklich die 3 Minuten unter 5 Metern verbringe. Dirk ist irgendwie immer über mir. Verstehe nicht ,warum er sich nicht am Seil festhält. Später sagt er mir, dass bei diesem Tauchgang alles nicht gepasst hat.

Wir sitzen zusammen und ich muss vernehmen, dass ich noch nicht die richtige Haltung im Wasser habe und zu viel mit den Beinen rudere. Das ist der Grund warum ich so viel Blei brauche.

Dirk trägt noch die Daten in sein Logbuch ein und auf einmal hat er einen Schweißausbruch und es geht ihm nicht gut. Erst wird ein Arm langsam taub und später auch noch der andere. Unser Tauchlehrer meint mit etwas Ruhe und Trinken wird alles besser. Dirk muss sich schleunigst auf eine Liege in den Schatten legen. Er schafft das nur noch mit meiner Hilfe. Ich versuche ihn mit Flüssigkeit zu versorgen, aber leider bricht er diese nur wieder heraus. Die Leute in der Tauchschule sind auch ratlos. Dirk hat die Taucherkrankheit, aber in leichter Form, die anderen Probleme lassen auf Dehydrierung schließen. Die nächste richtige Klinik ist auf dem Festland, das nur mit dem Boot zu erreichen ist. Dann müsste man auch noch eine halbe Stunde mit dem Auto fahren. Dirk meint das Geschaukle hält er nicht aus. Ihm ist schwindelig und er kann nicht aufstehen. Die Taubheit in den Armen geht wieder weg, kommt wieder und endlich bleibt sie ganz weg. Ich beschließe einen Kompromiss einzugehen und mit Dirk auf die Nachbarinsel zu fahren, wo es eine einfache Klinik gibt, um ihm eine Infusionslösung geben zu können. Zum Boot zu gelangen ist nicht einfach. Chris und ich fassen Dirk unter. Im Boot muss er sich schon wieder übergeben. Am anderen Ufer holt Birgit einen Rollstuhl und wir fahren ihn zur Klinik. Es ist Freitag und wir sind in einem moslemischen Gebiet. Ein Arzt ist nicht da und die diensthabende Schwester schläft. Wir wecken sie und sie gibt Dirk eine Infusion. Dirk bekommt den Blutdruck gemessen, er hat 112 zu 79. Ich habe dagegen 133 zu 79. Erstmals in dreißig Jahren ist mein Blutdruck höher als Dirk's

Die Infusion braucht sehr lange bis sie durch ist. Da wir mit dem Boot wieder zurück müssen, kommt eine 2. Infusion nicht infrage. Für die Behandlung plus Tabletten zahle ich weniger als 4 Euro. Ganz klapprig schleppt Dirk sich mit meiner Hilfe zum Anleger. Das Boot fährt vorsichtig, aber als wir am Ufer sind, muss Dirk sich wieder übergeben. Zum Glück haben die Leute in der Tauchschule unsere Ankunft gesehen und so können 2 Männer Dirk unterhaken und ihn zu seinem Bett bringen. Er will nur noch schlafen. Ich laufe zu einem Lokal und kaufe ihm Selter und Nudeln mit einfacher Soße. Das bleibt dann glücklicherweise im Magen.


3.Tag

Tauchen fällt natürlich heute aus. Dirk geht es etwas besser, doch der Schwindel und die Gleichgewichtsstörungen sind noch nicht weg. Wir gehen 3 Mal am Tag etwas essen und Dirk versucht wirklich viel zu trinken.

So sieht "Leiden" aus ...

Ansonsten verbringt er den Tag im Bett. Ich gehe auf einem flachen Riff ohne Flossen schnorcheln. Auch das ist herrlich, ich sehe sogar einige Riffhaie – es muss nicht immer Tauchen sein.


Was hat Dirk falsch gemacht?

Eigentlich alles.

Die Faktoren die eine Taucherkrankheit begünstigen sind:

Rauchen, Übergewicht, Alter, Infektion bzw. Erkältung, Dehydrierung, zu schnelles Hochkommen und dadurch zuviel Stickstoff im Körper.

Dirk hat - bis auf das Rauchen - alle Faktoren erfüllt.

Bedingt durch seine Erkältung hat er wenig gegessen und vor allem viel zu wenig getrunken, dabei sollte man beim Tauchen doch wesentlich mehr trinken als normal.
Dirk hat erkennen müssen, dass man manche Sachen nicht erzwingen kann. Auch wenn man sich darauf freut.

Wir haben wirklich dazugelernt !

Es ist wieder alles in Ordnung

Das nächste Abenteuer Tauchen, werden wir nur noch ganz gesund angehen.

Malaysia 1 - Im Zeichen des Fußballs

Deutschland hat das Viertelfinale der Fußball WM erreicht und wir sind in Malaysia.

Zeitunterschied zu Deutschland : 6 Stunden. Das Viertelfinale findet um 18.00 Uhr (MESZ) statt, d.h. der Anpfiff ist für uns um Mitternacht. Damit haben wir eine gute Chance ein Lokal zu finden, indem das Spiel übertragen wird.


Wir fahren nach Georgetown, dem Hauptort der Insel Penang. Georgetown ist eine wild wuchernde Stadt, die im Verkehr erstickt. Sie hat jedoch zwei - für uns – entscheidende Vorteile. Zum einen strahlt das – weitgehend - autofreie Zentrum den Flair der Kolonialzeit aus und ist deshalb auch zu recht Weltkulturerbestätte. Zum anderen gibt es ein deutsches Lokal. Dort werden wir doch wohl Fußball gucken können.

Altstadt von Georgetown
Der touristische Teil unseres Besuches ist schnell erzählt. Den Spaziergang durch die koloniale Altstadt müssen wir dann doch drastisch kürzen, da sich Gaby den Fußnagel des großen Zehs abgerissen hat (Sie ist beim Kochen auf dem eigenen Schweiß ausgerutscht !!!) und verständlicherweise nicht ganz so gut zu Fuß ist. 

Ausgerutscht auf dem eigenen Schweiß ...

Trotzdem macht es Spaß durch die kleinen Straßen zu schlendern. Im Cafe Edelweiss stärken wir uns bei leckeren Streusselkuchen und guten Kaffee. 

Etwas komplizierter gestaltet sich die Suche nach einem Fernseher. Das deutsche Lokal (Ingolfs Kneipe) erweist sich als Reinfall.

Ein Lokal ohne Fußballübertragung - Ingolfs Kneipe

Nicht nur, dass es keinen deutschen Wirt dort gibt, sondern das Lokal schließt auch um 23.30 Uhr und zeigt keinen Fußball. Gott sei Dank treffen wir ein paar Engländer. Diese haben Verständnis für unser Problem und wissen auch Rat. In der Straits Quay Mall gibt es einen Irish Pub.
Straits Quay Mall in Georgetown

Der Pub hat die ganze Nacht auf und zeigt alle Fußballspiele. Das Beste ist, dass die Mall einen schönen Parkplatz hat, auf dem wir auch übernachten können. Perfekt. Wir laufen, besser gesagt ich laufe und Gaby humpelt ( Zehennagel) fünf Minuten bis zum Pub. Der Abend ist echt prächtig. Der Pub ist voll, die Stimmung super und Deutschland gewinnt.

Auch die Malayen sind begeistert ... 

Jetzt hat die Fußball WM endgültig unsere Zeitplanung übernommen. Wo können wir das Halbfinale sehen? Anstoßzeit in Malaysia: 4.00 Uhr früh. Da hat garantiert kein Lokal mehr auf. Jetzt hilft nur noch das Internet. Wir kaufen 4 GB Datenvolumen für unsere SIM Card und eine Lizenz für „GlobalHDTV“. Damit können wir das deutsche Fernsehen jetzt auch in Malaysia sehen. Zusammen ist das richtig teuer, aber was tut man nicht alles für ein WM Halbfinale?

Wir haben einen taktisch ausgereiften Plan. Zum Tauchen wollen wir auf die Perhentian Inseln. (siehe Blog: Abenteuer Tauchen II). Die Fußballspiele sehen wir uns jedoch im Hafenort Kuala Besut auf dem Festland an. Dazu brauchen wir 

a – einen schönen Übernachtungsplatz 

Strand von Kuala Besut  ...hier kann man es aushalten ....


b – einen Platz mit gutem Internetempfang.

Gewitter am Strand ... hier haben wir keinen Internetempfang

Den Übernachtungsplatz finden wir schnell. Der breite Strand ist ideal zum Campen, nur leider ist der Internetempfang sehr instabil, also brauchen wir zusätzlich noch einen Platz mit gutem Internetempfang. Den finden wir direkt neben dem Mobilfunkmast auf dem Marktplatz. Auch zeitlich haben wir alles intensiv durchdacht. Unmittelbar nach dem Halbfinale wollen wir vom Festland auf die Inseln übersetzen und direkt vor dem Finale wieder auf das Festland zurückkommen. 

Am Tag des Halbfinales stehen wir schon um 3:15 Uhr auf um unseren Strandplatz zu verlassen. Wir fahren zum Marktplatz, bauen unser Equipment auf (Tablet, Laptop, Lautsprecher) und haben rechtzeitig zum Anpfiif das ZDF auf dem Schirm. Bei einem guten Kaffee haben wir viel Spaß beim Halbfinale und geniessen den 7:1 Erfolg über Brasilien.

Halbfinale gegen Brasilien ... sogar die Trikotfarbe stimmt

Wir fahren entspannt zum Tauchen, sind 5 Tage später wieder zurück und schauen uns das Finale (Anstoß diesmal um 3:00 Uhr früh) wieder auf dem Laptop an. Das funktioniert fast wieder so gut wie beim Halbfinale. Leider beschließt der Laptop in der 68. Minute, das ein Windows-Update unbedingt installiert werden muß, d.h. er schaltet sich selbständig aus und es dauert über zehn Minuten bis wir wieder ein Bild haben. Im Nachhinein sind wir jedoch froh, dass der Laptop das Update nicht in der 110. Minute installiert hat. Wir sehen uns die Übertragung bis 7:00 Uhr an, feiern etwas, fahren zurück an unseren Strand und legen uns sehr zufrieden ins Bett. 

Deutschland ist Weltmeister und wir sind wieder Herr über unsere Zeitplanung.