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Freitag, 14. Februar 2020

Indonesien 7 - Vulkane im Osten von Java


Auf Java gibt es über 40 mehr oder weniger aktive Vulkane. Auf unserer Route Richtung Bali liegen der Bromo und der Iljen. Von den Tempeln um Yogyakarta sind diese jedoch fast 350 Kilometer entfernt. Seit kurzem gibt es eine durchgehende vierspurige, gebührenpflichtige Autobahnverbindung. Was für ein Kontrast. Die Autobahn ist leer, mit etwa 0,06 €/Kilometer nicht extrem teuer und in einem sehr guten Zustand. Wir fliegen geradezu Richtung Osten.

Am Bromo übernachten wir im Ort Cemoro Lawang auf einer ebenen Fläche knapp unterhalb des Kraterrands. 
Bromo - Morgens am Rande des Vulkans
Das Besondere am Bromo ist das Sandmeer im Krater. Vom Kraterrand hat man einen sehr schönen Blick auf das Sandmeer.
Surreale Landschaft - Sandmeer im Vulkankrater
Nach dem Bromo besichtigen wir den Iljen Krater. Es sind knapp 200 Kilometer vom Bromo bis zum Iljen. Wir brauchen wieder einen ganzen Tag für die – landschaftlich sehr schöne – Strecke. Direkt am Beginn des Fußweges kann man auf einer Wiese übernachten. Bei unserer Ankunft am Nachmittag wirkt der Ort wie ausgestorben. 
Nachmittägliche Ruhe am Iljen
Kein Wunder, der Weg zum Krater ist nur von 1:00 Uhr früh bis 12:00 Uhr mittags für Touristen geöffnet. Der Iljen wird in der Dunkelheit besucht, nur so kann man das Einmalige an diesem Krater sehen, die blauen Feuer.
Vorbereitung ist alles - Wir leihen uns einfache Gasmasken für unseren Ausflug
Der See im Krater mehr als 300 Meter Durchmesser und bis zu 200 Meter tief gilt als das „Größte Säurefaß“ der Welt, denn der PH-Wert liegt bei < 0,3.

Im Krater wird Schwefel abgebaut. Am Südostufer des Sees strömt schwefelhaltiges Gas aus, welches in Keramikrohre geleitet wird und sich dabei abkühlt. Der Schwefel fällt aus und wird von Arbeitern mit Eisenstangen abgeschlagen und danach in Körben aus dem Krater getragen.
Die Schwefelplatten werden für den Abtransport "portioniert"

Schwefelabbau ohne Rücksicht auf die Gesundheit
 Wir stehen kurz vor 2:00 Uhr auf und machen uns auf den Weg zum Krater. Zunächst geht der Weg leicht bergan. Es ist fast Vollmond und wir sehen den Weg, auch ohne Lampe gut. Später wird der Pfad immer steiler. Gaby keucht ordentlich. Spätfolgen der Erkältung. Nach 1 ½ Stunden Wanderung wird die Luft deutlich schlechter und riecht nach den Schwefelgasen. Wir setzten die mitgebrachten Gasmasken auf. Das Wandern wird dadurch nicht leichter und wir schalten noch einen Gang zurück. Nach zwei Stunden haben wir den Kraterrand erreicht. Von den blauen Feuern keine Spur. Jetzt beginnt der Abstieg in den Krater. Wir schalten die Kopflampen ein, denn jetzt ist es kein Weg oder Pfad mehr, ab jetzt wird über Stufen und Felsen geklettert. Steil geht es nach unten. 
Mit voller Ausrüstung durch die Nacht
Für den Abstieg brauchen wir noch einmal 45 Minuten. Ab und zu begegnet uns ein Arbeiter mit Körben voll Schwefel. Rund 90 Kilo soll so ein Korb wiegen. Damit den Berg hoch,..alle Achtung. 
Ein Korb voll Schwefel
Wir müssen wirklich ganz bis an den Rand des Sees, dort wo die Arbeiter den Schwefel abbauen (auch in der Nacht) um kleine blaue „Flämmchen“ zu sehen. Die Konzentration der Gase ist jetzt sehr hoch. Die Augen fangen an zu tränen. Ein Hoch auf unsere Gasmasken.
Iljen - Das blaue Feuer
Wir machen uns auf den Rückweg. Es ist leichter im Dunkeln wieder aufzusteigen als bergab. Jetzt setzt auch die Dämmerung ein. Blitzartig wird es hell. Wir sehen nun wo wir uns befinden. Über uns ragt steil die Flanke des Kraters auf. Da müssen wir wieder hoch. Gegen 6:00 Uhr sind wir wieder oben. Jetzt geht es nur noch zurück zum Oger, dann gibt es Frühstück. Gegen 7:00 Uhr sind wir wieder am Auto. Füße ausstrecken und entspannen. Unser nächtlicher Ausflug war immerhin mehr als 7 Kilometer lang und wir haben 700 Höhenmeter rauf und wieder runter gelaufen. Zur Erholung gönnen wir uns eine Dose Wurst aus Deutschland zum Frühstück.

Nächster Stopp ist Bali.

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