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Dienstag, 31. März 2020

Indonesien 14 - Fähren in Indonesien 2

Die Nacht haben wir vor dem Fort Rotterdam, die Hauptsehenswürdigkeit von Makassar, verbracht. Das Fort, der Name legt es nahe, stammt aus der niederländischen Kolonialzeit und ist vollständig restauriert. 

Übernachtungsplatz vor dem Fort Rotterdam
Besichtigen können wir es nicht. Wegen Corona geschlossen. Dafür können wir auf dem Parkplatz vor dem Fort übernachten. Nicht weit vom Hafen und dem Chinesenviertel entfernt.
Hinweise zum Umgang mit Corona - Lesen können wir es nicht, aber der Inhalt ist selbsterklärend
Ersteres ist wichtig wegen der Fähre, Letzteres wegen unseres bisher ungelösten Gasflaschenproblems.

Es ist uns bisher nicht gelungen unsere Gasflasche auffüllen zu lassen. Die Füllstationen von Pertamina (dem staatlichen Tankstellen- und LPG-Monopolbetrieb) weigern sich hartnäckig unsere (deutsche) Gasflasche zu füllen. Pertamina füllt nur indonesische Flaschen. In Bali sind wir zum Yachthafen gefahren, weil wir gehört hatten, dass dort Leute vom Wachdienst ausländische Flaschen füllen würden. Das hat für uns plausibel geklungen, da wir uns vorstellen können, das Yachten ja auch Gasflaschen unterschiedlicher Herkunft an Bord haben könnten. Der Mann beim Wachdienst wollte die Flasche dann auch füllen. Es sollte jedoch drei Tage dauern und 100 USD für 11 KG Gas kosten. Das haben wir dankend abgelehnt, da er das achtfache des üblichen Preises verlangt hat.

Gestern haben wir im Chinesenviertel durch Zufall einen Laden mit allerlei Zubehör für Gasflaschen entdeckt. Dem Inhaber habe ich unsere Flasche gezeigt, sowie unser Problem erklärt. Er ist in den – für uns unendlichen Tiefen seines Lagers – entschwunden und nach kurzer Zeit mit ein paar Fittingen wieder aufgetaucht. Er will versuchen unsere Flasche mit einer selbst gebastelten Armatur aus seinen Fittingen zu füllen. Wir haben also die Flasche über Nacht bei ihm gelassen und fahren nun wieder zu seinem Laden um zu sehen ob er erfolgreich war. Und es ist tatsächlich ein Wunder geschehen. Unsere Gasflasche ist gefüllt. Kostenpunkt : 300.000 IDR (etwa 17 €) und einige Fotos.

Beschwingt vom Glücksgefühl ein lang schwelendes Problem endlich vom Tisch zu haben fahren wir zum Hafen. Als wir dort ankommen und das Fährschiff sehen, reiben wir uns verwundert die Augen. Es sieht aus wie eine richtige Fähre (nach europäischen Masstäben). Beim Kauf des Tickets habe ich die teuerste Kabinenkategorie (VIP) gewählt, da wir nach den Erfahrungen auf unseren bisherigen Fährpassagen, nicht in einem mäßig bis gar nicht klimatisierten Schlafsaal mit schwitzenden LKW-Fahren, lärmenden Kindern und gackernden Hühnern 32 Stunden Stunden Seite an Seite liegend verbringen wollen. 
Ein richtiges Fährschiff - Brandneu Baujahr 2019
Die VIP Kabine soll immerhin eine 2-Bett Kabine mit Fenster sein. Unsere Erwartungen sind gering, zumal der Aufpreis zum oben beschriebenen Schlafsaal nur 6 €/Person beträgt.

Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus. Das Autodeck ist sauber, weit und breit weder Hühner, noch Ziegen in Sicht. Keinerlei Kisten oder sonstige Fracht die an den Wänden gestapelt ist. Die Autos werden sogar mit Ketten gesichert. Mit einem Aufzug fahren wir die drei Decks nach oben zur Rezeption !!!

An der Rezeption bekommen wir den Kabinenschlüssel. Ein Steward hilft uns das Gepäck zur Kabine zu tragen und schließt die Tür auf …. und fallen fast um vor Überraschung. Die Kabine ist extrem groß. Zwei breite Betten, Fernseher, Kühlschrank, Couch, ein privates Badezimmer mit Sitztoilette (inkl. beheiztem WC-Sitz) und Badewanne !!!
VIP Kabine - Lauschiges Appartement
Wir sollten doch bitte sagen ob wir die im Fahrpreis enthaltenen Mahlzeiten im Restaurant oder lieber in der Kabine einnehmen würden. Alles ist möglich.

Bevor der Steward geht, hält er nicht die Hand auf, sondern fragt uns ob wir jetzt noch schnell einen Kaffee oder Tee möchten. Den würde er dann gleich bringen.

Schwups ist er zur Tür raus und wir gewinnen langsam die Fassung wieder, Fünf Minuten später ist der Steward mit dem Kaffee da, wir setzen uns erstmal hin und essen ein paar Kekse zum heißen Kaffee. So können wir der 32 stündigen Überfahrt nun ausgesprochen entspannt entgegen sehen.
Gaby - Sichtbar entspannt

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